Unter dem Motto »Sommerkonzerte« bestreiten Jan Josef Liefers (Mitte) & Band eine ausgedehnte Konzerttournee, Foto: Joachim Gern

»Die beste Zeit!«

Beginnend mit dem Feuerwerkserlebnis »Barock & Fire« am 27. Juli auf Schloss Schleissheim steht der 8. Münchner Open Air Sommer für ein bunt gemischtes Konzertprogramm. Im Brunnenhof der Residenz spannt sich der musikalische Bogen von Austropop und Irish Folk über Tribute-Shows rund um ABBA, Pink Floyd und Udo Jürgens bis hin zur »Carmina Burana«. Ein Highlight im Programm markiert auch der Auftritt von Jan Josef Liefers & Band.

Das Programm im Brunnenhof vereint eine Reihe illustrer Namen: Albert Hammond, Wolfgang Ambros (unplugged mit Günter Dzikowski und Roland Vogl), Angelo Kelly & Family, Gregor Meyle & Band – und Jan Josef Liefers. Gemeinsam mit seiner Band Radio Doria verbindet der Schauspieler und Sänger gefühlvolle Popmusik mit tiefgründigen Texten. APPLAUS sprach mit dem Multitalent.

APPLAUS: Herr Liefers, was bedeutet Ihnen das Musikmachen?
JAN JOSEF LIEFERS: Begonnen hat alles eher als großer Versuch mit ungewissem Ausgang und ohne übertriebene Ambitionen. Daraus geworden ist eine über 15 Jahre zusammengewachsene, erfolgreiche Band mit regelmäßig über 50 Konzerten im Jahr, zwei ECHO-Nominierungen, mehrere Albumveröffentlichungen und einer tollen und treuen Fanbase, auf die wir sehr stolz sind. Also, ein bloßes Hobby ist Radio Doria schon lange nicht mehr.

2017 haben Sie mit »2 Seiten« das dritte gemeinsame Album herausgebracht …
Es waren insgesamt vier Alben: »Soundtrack meiner Kindheit« 1 & 2 sowie »Freie Stimme der Schlaflosigkeit « und »2 Seiten«.

Wer schreibt die Songs?
Jeder in der Band komponiert, ich selber auch und die Texte sind logischerweise hauptsächlich mein Ding. Es gibt aber auch ein paar großartige Mitautoren aus meinem musikalischen Freundeskreis. Auf die Zusammenarbeit mit ihnen war ich immer sehr stolz.

Welches Lied auf dem aktuellen Album zählt zu Ihren persönlichen Favoriten?
Nie egal, denn es war eins der ganz seltenen Duette, die Reinhard Mey jemals mit anderen aufgenommen hat. Er mochte unseren Song so gerne, dass er eines Tages zu mir kam und wir es ohne langes Hin und Her in meinem Kellerstudio gemeinsam eingesungen haben.

Es ist nicht einfach, für die Musik von Radio Doria ein Etikett zu finden. Trifft es Synthie-Pop?
Es sind auch ordentlich Gitarren am Start, uh … also beim Etikett kann ich Ihnen leider nicht aushelfen.

Welche musikalischen Vorbilder haben Sie?
Ich bin ein großer Beatles-Fan, meinem ersten Album JJ@Oblivion ist das sicher anzuhören. Aber wer kann schon sicher sagen, was ihn alles beeinflusst hat.

Welche Konzerte haben Sie selbst zuletzt besucht?
Rammstein. Rea Garvey. Anna Loos … Alles Freunde, alle von mir sehr verehrt. Keimzeit in Köln hat leider nicht geklappt. Und Kiefer Sutherland in Berlin.

Unter dem Motto »Sommerkonzerte« absolvieren Sie mit Ihrer Band eine ausgedehnte Konzertreise, größtenteils unter freiem Himmel vor teilweise spektakulärer Kulisse. Was bedeutet diese Tourneezeit für Sie?
Es ist die beste Zeit! Mit den Jungs von Radio Doria im Tourbus pennen, jeden Tag in einer anderen Stadt aufwachen und die Spannung, wie die Leute hier wohl auf uns reagieren werden.

Ist diese Zeit zugleich eine Auszeit vom Film?
Sie sagen es! Und was für eine!

Auf Ihrer Fanseite habe ich folgende Einschätzung zu Ihren Live-Auftritten gelesen: »Während ihm bei Studioaufnahmen sehr nuancierte Interpretationen gelingen, ist er bei seinen Live-Auftritten ganz Rocker, mitreißend, energiegeladen, großartig.« – Worin besteht für Sie der Reiz des Live-Auftritts?
In der immer neuen Erfahrung, dass kein Konzert dem anderen gleicht und wie enorm groß der Einfluss der Leute vor der Bühne auf den Abend ist. Direkte Kontaktaufnahme, Energieaustausch. Ein ganzer Rocker bin ich aber, glaube ich, eher nicht. Steve Tyler ist das, nicht ich.

In dem Song »Schön kaputt« singen Sie vom Charme verfallener Bauten – im Kontrast zu totsanierten Gebäuden. Ein besonderer Titel, finde ich, inhaltlich wie formal. Sie setzen hier Streicher ein …
Ja, der Song fällt aus dem Rahmen. Die Streicher-Suite ist Gunters Werk, ich fand das eine super Idee. Menschenwerke fallen in die Hände der Natur, die sie gnädig und sanft aufnimmt und sich so lange ähnlich macht, bis sie verschwunden sind und die ewige Ordnung wiederhergestellt ist.

Mit wie vielen Musikern gehen Sie auf Tour?
Gunter, Christian, Jens, Timon und ich. Das muss reichen.

Sind Sie als Musiker bereits in München aufgetreten?
Oh ja, immer wieder in größeren Abständen. Mehrfach in der Muffathalle, auch einmal im Freiheiz. Das besondere Gefühl, wenn Radio Doria in München spielt, war schon immer ein bisschen so, als hätte im Vorfeld jemand unsichtbaren Sand ins Getriebe gestreut. Aber am Tag des Konzerts, wenn die ersten Töne klingen, ist alles wieder gut und alle sind happy.

Was verbindet Sie mit der Stadt München?
Ich habe hier von 1995 bis 2000 sehr gerne gelebt, kenne die Stadt gut, habe einige Filme hier gedreht und als Schauspieler hier drei Filmpreise gewonnen. Hier habe ich viel erlebt, es wurde mein Sohn hier geboren und ich habe hier Freunde bis heute. Der Brunnenhof der Residenz gilt als »schönster Konzertsaal Münchens«. Waren Sie schon einmal dort? Wir haben dort einmal gedreht. Ein sehr schöner und magischer Ort. Ich freue mich sehr auf unseren Auftritt dort. Interview: Angela Pillatzki

Radio Doria – Jan Josef Liefers & Band Sommerkonzert, Mi, 14. August, Konzertbeginn 20 Uhr, Brunnenhof der Residenz. Karten: Tel. (089) 55 96 86 26 und München Ticket. Weitere Informationen 8. Münchner Open Air Sommer unter kulturgipfel.de.

 

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