Intendant Rolando Villazón © Wolfgang Lienbacher

»Mozart lebt«

Als Regisseur und Buchautor hat Publikumsliebling Rolando Villazón sein künstlerisches Spektrum schon lange weit über das Singen hinaus erweitert. Nun wartet auf den Mexikaner allerdings eine neue Herausforderung. Startet am 24. Januar 2019 doch die erste Salzburger Mozartwoche, deren Programm er als frischgebackener Intendant gestaltet hat. Mit einer Rückbesinnung auf die Anfänge des Traditionsfestivals, aber auch mit neuen Ideen, durch die sich die Mozartwoche einem neuen Publikum öffnen will.

Ein großes Abenteuer, verbunden mit großer Verantwortung, aber auch großer Freude.« So bezeichnet Rolando Villazón selbst seine neue Aufgabe, die ihn für die kommenden fünf Jahre an Salzburg binden wird, und lässt in einem Nebensatz sogar kurz durchblicken, dass es keineswegs die erste Intendanz war, die man ihm angetragen hatte. Warum er nun endlich Ja gesagt hat, ist für ihn allerdings schnell beantwortet: »Wegen Mozart!« Wobei er sich auch hier die Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Vor Unterzeichnung des Vertrags musste zuerst ein gut strukturierter Fünf-Jahres- Plan erstellt und Schwerpunkte gesetzt werden. Ein solides Gerüst, um das herum er mit seinem Team ein Konzept entwickelte, das bei der ersten Präsentation auch die verantwortlichen Damen und Herren in Salzburg überzeugte.

Hatte sich das Festival in der jüngeren Vergangenheit auch anderen Komponisten geöffnet, wird es unter Villazón wieder puristischer. Auf den Spuren der allerersten Mozartwoche, die 1956 ganz im Zeichen ihres Namenspatrons stand. »Mozart ist einer der beliebtesten Komponisten der Welt, der mehr als 600 großartige Stücke komponiert hat. Für mich hat er es absolut verdient, in seiner Geburtsstadt ein Festival zu haben, das nur seiner Musik gewidmet ist. Also wird es in den nächsten fünf Jahren ausschließlich Mozart zu hören geben.« Obwohl man gleich im Programm für 2019 auch eine kleine Ausnahme findet, die diese Regel bestätigt. Und das ausgerechnet an Wolfgang Amadés Geburtstag, den Villazón gemeinsam mit Los Mariachis Negros am 27. Januar an mehreren Plätzen der Stadt mit einer Serenata Mexicana feiert. »Wenn wir Mexikaner jemanden lieben, dann singen wir ihm eine Serenade. Außerdem kann man sich ja schlecht selbst ein Geburtstagsständchen bringen.«

Zu genießen ist diese Liebeserklärung übrigens bei freiem Eintritt. Was die Absichten des neuen Intendanten bekräftigt, der auch den Salzburgerinnen und Salzburgern beweisen möchte, dass die Mozartwoche nicht nur eine Veranstaltung für zahlungskräftige Kulturtouristen ist, sondern ein Fest für alle. Villazóns Mozartwoche findet 2019 an so vielen Spielorten wie nie zuvor statt. Unter anderem erobert man dabei auch das OVAL, eine kleine Bühne im Shoppingcenter im Europark, wo es zu bewusst niedrig gehaltenen Eintrittspreisen die Performance Mozart’s Amazing Shadows zu erleben gilt.

»Viele Regimes haben versucht, Mozart zu instrumentalisieren, aber sie haben es nie geschafft. Seine Musik gehört allen Menschen. Sie hat keine politische Botschaft und keinen biografischen Hintergrund. Es ist eine durch und durch freie Musik, in die wir unsere eigenen Geschichten einbringen können. Das macht sie so universell.« Das möchte Villazón mit Mozart-Kabarett, kleiner Oper im Marionettentheater oder dem Tanzabend Mozart Moves zeigen.

Tobias Hell

 

Den vollständigen Artikel finden Sie im Applaus-Heft Ausgabe 01/02 2019.

 

Mozartwoche 2019. 24. Januar bis 3. Februar, Mozarteum Salzburg, Haus für Mozart, Felsenreitschule, Salzburger Landestheater, Marionettentheater, ARGEkultur, Szene Salzburg, OVAL u. a.. Karten und Infos: mozarteum.at/mozartwoche.

 

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