Marie Bäumer spielt die Schauspiellegende Romy Schneider © Peter Hartwig/ Rohfilm Factory/ Prokino

3 Tage in Quiberon

Berührendes Porträt über die Ikone Romy Schneider kurz vor ihrem Tod

Zustandsbeschreibung Romy Schneiders im Spannungsverhältnis zwischen privater und öffentlicher Person im Jahr 1981. Regisseurin Emily Atef (Das Fremde in mir) nähert sich ihr in einem Moment größter Verletzlichkeit. In einem Kurort will sich die Schauspielerin (Marie Bäumer) vor ihrem nächsten Film Ruhe gönnen und einen Mini-Entzug von Pillen und Alkohol durchführen, um den Respekt ihres Sohnes zu gewinnen. Doch wieder einmal bewahrheitet sich ihre Selbstanalyse: »Im Film kann ich alles, im Leben nichts.« Zunächst reist ihre Freundin Hilde (Birgit Minichmayr) an. Dann kommt zu Hildes Überraschung ein Stern-Reporter-Team ins Hotel.

Als Zuschauer möchte man Romy warnen vor der deutschen Presse, die ihr schon oft übel mitgespielt hat, möchte sie schützen vor sich selbst, immer wieder in die gleiche Falle zu tappen. Herzzerreißend wirkt die Szene, in der sie nicht fähig ist, mit ihrem Sohn am Telefon zu sprechen, obwohl sie mehr für ihre Kinder da sein will. Das Interview mit dem zuweil unverschämten Michael Jürgs (Robert Gwisdek) und dem Fotografen Robert Lebeck (Charly Hübner) ist ein Katz-und-Maus-Spiel, das alle an ihre Grenzen bringt. Die innerlich gebrochene Romy fasziniert mit ihrer Ambivalenz zwischen strotzender Energie und tieftrauriger Melancholie. Glaubhaft, eindringlich und bewundernswert dabei: Marie Bäumer.

Diemuth Schmidt

 


Start: 12. April

 

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