Schwieriges Verhältnis: Janne (Aenne Schwarz) und ihr Freund Piet (Andreas Döhler) © Rimafilm

Eva Trobisch

»Alles ist gut« läuft ab dem 27. September in deutschen Kinos.

Man kennt das. »Alles gut«, versichern sich Bekannte, wenn sie sich auf der Straße treffen. Dauerlächeln im Gesicht und dabei immer den Eindruck erwecken, alles im Griff zu haben, denn wer die Kontrolle über sein Leben verliert, wirkt unattraktiv. So gesehen ist Janne (Aenne Schwarz), die Hauptfigur des Films Alles ist gut, ein Prototyp unserer Zeit. Ihrer Ansicht nach gibt es kein Problem, wenn sie etwas nicht zu einem macht. Wie schlecht das letztlich funktioniert, das führt dieser Film mit einer stillen Wucht vor. Nach einer Partynacht fordert Martin, der Schwager ihres neuen Chefs, den sie zum Übernachten auf der Couch in ihre Wohnung eingeladen hat, Sex mit der jungen Frau.

Diese formuliert ihr Nein erst lachend, dann entrüstet und dann verwirrt. Nach dem unfreiwilligen Geschlechtsverkehr lässt sie die Dinge weiter ihren normalen Gang gehen. Eine intensive Ohnmacht umgibt sie, die sich nach und nach negativ auf ihr Leben und die Beziehung zu ihrem Freund Piet (Andreas Döhler) auswirkt. Auch Martin (Hans Löw) ringt nach dem richtigen Umgang mit der Situation. In ihrem Film erzählt Regisseurin Eva Trobisch schonungslos und trocken eine Geschichte mitten aus dem Leben. Aenne Schwarz setzt in ihrem glaubhaften Spiel auf eine ausdrucksstarke Mimik. Jeder, der will, kann es in ihrem Gesicht lesen: Nichts ist gut.


Start: 27. September

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