Tish Rivers (Kiki Layne) und Alonzo »Fonny« Hunt (Stephan James) © Tatum Mangus, Annapurna Pictures DCM

Große Gefühle

Barry Jenkins adaptiert hochemotional eine Liebesgeschichte aus der Feder seines Lieblingsautors James Baldwin (»I am not your Negro«).

Harlem, New York, in den 1970ern. Die 19-jährige Tish (Neuentdeckung KiKi Layne) und ihr »Sandkastenfreund« Fonny (eigentlich Alonzo, gespielt von Stephan James, der in Zeit der Legenden den Olympiagewinner Jesse Owens spielte) entdecken ihre Liebe füreinander. Der Film fängt das junge Glück mit ähnlich intensiven, farbgewaltigen Bildern ein, wie sie schon in Moonlight verzauberten. Jede einzelne Einstellung scheint exakt durchdacht, Kostüme, Lichtsetzung, Frisuren und das Szenenbild sind allesamt ein Ereignis.

Wie es sich für eine erinnerungswürdige Liebesgeschichte geziemt, ist aber nicht alles eitel Sonnenschein, denn durch eine frühe Schwangerschaft kommt es zu Unmut zwischen Tishs und Fonnys Familien. Über die Erzählerstimme von Tish wird die Geschichte in einer ganz dezidierten Reihenfolge erzählt, und wenn sie erst der eigenen Familie, dann der von Fonny von der Schwangerschaft und ihrer Hoffnung und Liebe berichtet, dann gibt sich Regisseur Jenkins viel Mühe, den vielschichtigen Figuren aus der Romanvorlage gerecht zu werden.

 

Thomas Vorwerk

 


Den vollständigen Artikel finden Sie in der Applaus-Ausgabe 3/2019.

Start: 7. März

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