Karl (Golo Euler) begegnet der Japanerin Yu (Aya Irizuki), die sein trauriges Leben völlig auf den Kopf stellt ©2018 Constatin Film Verleih GmbH/ Mathias Bothor

Kirschblüten & Dämonen

Die bewegende Fortsetzung von Doris Dörrie

Die Zeit, die man lebt, ist viel zu kurz, da hat man die Pflicht, glücklich zu sein, heißt es in Doris Dörries neuem Film Kirschblüten & Dämonen. Wie aber geht das, wenn einen die Geister der Vergangenheit nicht loslassen wollen, und das nicht nur sprichwörtlich. Nach Kirschblüten – Hanami blickt die Regisseurin wieder auf die Familie Angermeier. Zehn Jahre sind Rudy (Elmar Wepper) und Traudi (Hannelore Elsner) nun schon tot. Ihr Sohn Karl (Golo Euler) befindet sich mit seinem Leben in einer Sackgasse. Er hat seinen Job verloren, lebt getrennt von Frau und Kind, die er mit seinem Verhalten, dem Selbstmitleid und der Trinkerei immer weiter von sich wegstößt. Da klingelt mit der Japanerin Yu (Aya Irizuki) plötzlich ein Mensch aus seiner Vergangenheit in Tokio an seiner Tür. Sie macht sich mit ihm auf ins Bauernhaus seiner Eltern, ein leerstehendes Gebäude, über das sich die Geschwister zerstritten haben, das aber voller Erinnerungsstücke ist. Und voller Dämonen, die nicht nur im Brunnen sitzen, wie Yu glaubt. Sie sind da, mal freundlich, mal unheimlich, mal verführerisch und Karl muss sich ihnen stellen. Doris Dörrie zieht den Zuschauer meisterlich in ihre Gespenstergeschichte um Liebe, Verlust und Familie. Sie spielt mit Erwartungen und überrascht dann wieder. Dabei findet sie für Karls Kampf um sich selbst und ein Leben, das den Namen verdient, rätselhaft schöne Bilder im Allgäu und in Japan. 

  


 Start: 7. März

 

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