Die Saxofonistin Cecilie Grundt spielt beim Auftaktkonzert am 14. Januar © Veranstalter

BMW Welt Jazz Award 2020

Unter dem Motto »The Melody at Night« startet am 14. Januar 2020 die 12. Saison.

Das erfolgreiche und etablierte Format des BMW Welt Jazz Awards geht mit einem neuem Konzept in die zwölfte Saison. Unter dem Motto »The Melody at Night« werden sechs herausragende internationale Ensembles aus Norwegen, Polen, Deutschland, Luxemburg und Italien in sechs kostenfreien Konzerten am Dienstagabend spielen. Die Konzerte finden von Januar bis März in bekannter Location, allerdings mit neuem Set-up im Doppelkegel der BMW Welt statt.

Schon seit jeher ist der Jazz ein Gewächs der Nacht, erwachsen aus der blauen Stunde des Blues, aus spätabendlichen Tanzvergnügen und Jam Sessions bis in den frühen Morgen. Die Begriffe »Night« und »Moon« dürften noch vor »Love« die häufigsten im Great American Songbook sein. Deshalb sollen sich die auserwählten Musiker des BMW Welt Jazz Awards 2020 unter dem Motto »The Melody at Night« mit der Nacht und den mit ihr verbundenen Melodien beschäftigen – und zwar nicht in Matineen, sondern erstmals an Dienstagabenden.

Nach der letzten Veranstaltung am 10. März wählt die Expertenjury zwei der teilnehmenden Ensembles für das große Abschlusskonzert im Auditorium der BMW Welt und kürt dort schließlich den Gewinner. Der Erstplatzierte erhält neben einem Preisgeld von 10.000 Euro eine von BMW Design eigens entworfene Trophäe; 5.000 Euro gehen an den Zweitplatzierten. Zusätzlich wird dem Ensemble, welches die beste Durchschnittsnote erreicht hat, der Publikumspreis verliehen. Dessen Gewinner werden im Rahmen des Jazz Sommer 2020 im Hotel Bayerischer Hof in München auftreten. Dieter Reiter, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München:

Der BMW Welt Jazz Award wird sicherlich auch in diesem Jahr viele neue begeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer in den Doppelkegel in der BMW Welt locken, um dort im nächtlichen Ambiente bei freiem Eintritt hochkarätige Neuentdeckungen des Jazz zu erleben. Für dieses besondere, nachhaltige Engagement der BMW Group bedanke ich mich herzlich im Namen der Stadt München.

Ilka Horstmeier, Personalvorständin der BMW AG hat die Schirmherrschaft des BMW Welt Jazz Awards übernommen: 

Der BMW Welt Jazz Award bietet jedes Jahr aufs Neue eine großartige Möglichkeit für talentierte Künstler, ihr Können zu zeigen. Jazz steht für viele Tugenden, die wir in der heutigen Zeit auch in der Arbeitswelt brauchen: Kreativität, Improvisation, lebenslanges Lernen, Toleranz und kulturelle Vielfalt. Mit dem Motto »The Melody at Night« freuen wir uns besonders nun erstmals sechs Abende mit inspirierenden Vorstellungen zu füllen. Für die tolle Zusammenarbeit möchte ich mich bei unseren Partnern herzlich bedanken.

Im kommenden Jahr wird ebenfalls zum bereits fünften Mal der BMW Welt Young Artist Jazz Award gemeinsam mit der Stadt München vergeben. Förderfähig sind junge Musikschaffende, Einzelpersonen und Ensembles im Jazzbereich, aus München und Umgebung. Die Förderung wird, wie bei den bisherigen Preisträgern Josef Reßle, Roman Sladek, Martin Brugger und Hannah Weiss, durch die Mitglieder der BMW Welt Jazz Award Jury bestimmt.

Ablauf des BMW Welt Jazz Awards 2020

Auswahlkonzerte von 19.00 bis ca. 21.30 Uhr im Doppelkegel der BMW Welt:

14. Januar 2020 Cecilie Grundt Quintet

21. Januar 2020 Andrea Hermenau Quintet

11. Februar 2020 Adam Baldych Quartet

18. Februar 2020 Peter Gall Quintet

25. Februar 2020 Reis/Demuth/Wiltgen

10. März 2020 Giovanni Guidi Quintet

Der Eintritt zu den Konzerten ist frei, die Kapazität jedoch begrenzt. Es besteht daher keine Sitzplatzgarantie. Der Einlass erfolgt ab 18 Uhr.

Finale im Auditorium der BMW Welt um 19 Uhr:

9. Mai 2020, Abschlusskonzert mit den zwei nominierten Finalisten

Tickets für das Finale sind ab dem 14. Januar 2020 in der BMW Welt und bei München Ticket erhältlich.

Die Moderation übernimmt in diesem Jahr Hannah Weiss, die Gewinnerin des BMW Welt Young Artist Jazz Award 2019. 

Die Jury

Die hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von Oliver Hochkeppel (Musik- und Kulturjournalist der Süddeutschen Zeitung und ehemals APPLAUS Kulturmagazin), die sich bereits in den vergangenen Jahren bewährt hat, setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Roland Spiegel, Musikredakteur mit Schwerpunkt Jazz beim Bayerischen Rundfunk, BR-KLASSIK

Andreas Kolb, Chefredakteur von JazzZeitung.de und nmz – neue musikzeitung

Heike Lies, Musikwissenschaftlerin, Bereich Musik und Musiktheater, im Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Christiane Böhnke-Geisse, Künstlerische Leitung Internationales Jazzfestival Bingen swingt.

 

Künstler und Ensembles

14. Januar 2020: Cecilie Grundt Quintet

Die Saxofonistin Cecilie Grundt gehört zu den jüngsten Entdeckungen der vitalen norwegischen Jazzszene. Ausgebildet in Stavanger, Trondheim und Valencia, gründete die 28-Jährige 2016 ihre erste Band Matrjosjka, im Jahr darauf ihr Quintet, dem seither ihr größtes Augenmerk gilt, auch wenn sie außerdem in mehreren anderen Ensembles und Bigbands spielt. Anders als viele junge skandinavische Jazzmusiker kommt Grundt nicht aus Richtung Folk, Rock oder Avantgarde zum Jazz, ihre Vorbilder sind die traditionellen Ikonen ihres Instruments von Dexter Gordon oder Charlie Parker bis zu Sonny Rollins oder Jan Garbarek. So lautet der programmatische Titel ihres Debütalbums mit dem auch ihre Stücke prägenden Schuss Humor “Contemporary Old School”. Zusammen mit Øyvind Mathisen an der Trompete, Håvard Aufles am Piano, Morten Stai am Bass und Åsmund Smidt am Schlagzeug wird sie auch beim BMW Welt Jazz Award neue Klangstrukturen und Melodien auf der Basis der Tradition entwickeln.

21. Januar 2020: Andrea Hermenau Quintett

Seit vielen Jahren ist die Pianistin, Sängerin, Perkussionistin und Komponistin Andrea Hermenau fester Bestandteil der Münchner Jazzszene, ob mit dem Quartett Etna, in den diversen Formationen von Harald Rüschenbaum, bei Jerker Kluges Deep Jazz, im Fjoralba Turku Quartet, im Trio oder in der gemeinsamen Band mit der Saxofonsitin Carolyn Breuer. Erstaunlicherweise hat sie erst ein Projekt unter eigenem Namen eingespielt – das aber perfekt zur diesjährigen Ausgabe des BMW Welt Jazz Awards passt: Für »Die Nachtpracht« hat Hermenau von ihr als Nachtmusik empfundene Stücke arrangiert und komponiert, die die poetische Seite der Nacht betonen. Im Quintett mit dem Saxofonisten Till Martin, dem Bassisten Sven Faller, dem Schlagzeuger Bastian Jütte und dem amerikanischen Vibraphonisten Tim Collins entfaltet sich ihr harmonisch versiertes, betont melodisches Klavierspiel, ihr ausgeprägtes Rhythmusgefühl, ihr Faible für südosteuropäische Klangfarben und ihr immer auf das Wesentliche konzentrierter lyrischer Gesang.

11. Februar 2020: Adam Bałdych Quartet

Der polnische Geiger Adam Baldych wurde in seiner Heimat früh als Wunderkind gefeiert und startete seine internationale Karriere bereits mit 16. Nach einem Stipendium am Berklee College of Music gründete er seine erste Band Damage Control, mit der er bei den großen Festivals auftrat. 2011 von Siggi Lochs ACT-Label verpflichtet, arbeitete er unter anderem mit den Pianisten Yaron Herman, Iiro Rantala und Helge Lien zusammen. Inzwischen in New York lebend und vielfach preisgekrönt, wird Baldych von Kritiker eine einzigartige Technik und eine »Neudefinition des Geigenklangs« attestiert. Bei seinem aktuellen Projekt »Sacrum Profanum« kommt er auf seine klassischen Wurzeln zurück: Mit seinen polnischen Begleitern Krzysztof Dys am Piano, Michal Baranski am Bass und Dawid Fortuna am Schlagzeug beschäftigt er sich mit »heiliger Musik« und ihren großen Komponisten, von der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen über den Renaissancekomponisten Thomas Tallis bis zur zeitgenössischen russischen Avantgardistin Sofia Gubaidukina.

18. Februar 2020: Peter Gall Quintet

Der aus Bad Aibling stammende, seit langem in Berlin lebende Peter Gall gehört zu Deutschlands profiliertesten Schlagzeugern und Komponisten – als Sideman des Jazzgitarristen Kurt Rosenwinkel und auffällig vieler Sängerinnen und Sänger wie Thomas Quasthoff, Jane Monheit, Kim Sanders, Jasmin Tabatabai, Peter Fessler oder den New York Voices, an der Seite seines Bruders, dem Pianisten Chris Gall wie als festes Mitglied erfolgreicher Bands wie Subtone oder Roberto Di Gioias Web Web. In der BMW Welt präsentiert Gall sein erstes Album als Bandleader »Paradox Dreambox«, ein beeindruckend wuchtiges Kaleidoskop moderner Jazzsounds. In Szene gesetzt mit herausragenden Kollegen der innovativen deutschen und europäischen Szene, nämlich dem Echo Jazz-Preisträger Wanja Slavin am Saxofon, dem holländischen Gitarren-Shooting-Star Reinier Baas, dem Gewinner des Neuen Deutschen Jazzpreises Rainer Böhm am Piano sowie dem aufstrebenden Bassisten Felix Henkelhausen.

25. Februar 2020: Reis/Demuth/Wiltgen

Auch im kleinen Luxemburg ist eine neue Generation von Musikern herangewachsen, die erfolgreich an einem jungen, stiloffenen, vom Genre-Mutterland USA emanzipierten europäischen Jazz arbeitet. Zu ihren bereits international bekanntesten Vertretern gehört das Trio des Pianisten Michel Reis, des Bassisten Marc Demuth und des Schlagzeugers Paul Wiltgen. Die drei, die sich schon in der Schule kennenlernten und dann jeder für sich mit erfolgreichen Projekten hervortraten, schlossen sich 2011 zu ihrem seitdem bestehenden Trio zusammen. Drei von der Kritik gefeierte Alben sind seither entstanden, das jüngste mit dem Titel »Once In A Blue Moon« stellen sie nun in der BMW Welt vor: Vor Ideen sprühende, überraschende, stets packende Musik, die Emotionen weckt und vom traumwandlerisch sicheren Verständnis der drei Instrumentalisten getragen ist.

10. März 2020: Giovanni Guidi Quintet

Noch als Teenager fiel der Pianist Giovanni Guidi dem Trompeter Enrico Rava, Italiens Jazz-Aushängeschild, in dessen Jazzseminaren auf; seither ist er Ravas fester Klavier-Begleiter. Damit, aber immer stärker auch mit den Projekten seiner eigenen Formationen, hat sich Guidi inzwischen international einen Namen gemacht. Für das aktuelle Programm »Avec le temps« hat er sein Trio mit dem Bassisten Joe Rehmer und dem portugiesischen Schlagzeuger João Lobo um zwei andere prominente italienische Jazz-Größen, den Holzbläser Francesco Bearzatti und den Gitarristen Roberto Cecchetto, aufgestockt. Zu einem Quintett, das er wegen seines Potenzials scherzhaft »Inferno« nennt, das aber impressionistische, lyrische und bluesige Klange bevorzugt, zum Beispiel bei Hommagen an den Poeten, Komponisten und Chansonnier Léo Ferré oder den unlängst verstorbenen polnischen Trompeter Tomasz Stanko.


14. Januar bis 9. Mai 2020, BMW Welt. Weitere Informationen: www.bmwgroup.com/kulturwww.facebook.com/BMW-Group-Culture und www.instagram.com/bmwgroupculture

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