Die Herdmann-Kinder (Ensemble) krempeln in der Schauburg das Krippenspiel um. © Judith Buss

O du fröhliche …

Marcello Diaz bringt »Hilfe, die Herdmanns kommen« temporeich auf die Bühne der Schauburg.

Eigentlich sollte alles so sein wie immer. Doch dann war plötzlich alles anders. Weil die Herdmann-Kinder mitmischten. Die Herdmann-Kinder sind die schlimmsten. Das weiß jeder. Barbara Robinson erzählt in ihrem Buch Hilfe, die Herdmanns kommen, wie die verwahrlosten Geschwister das alljährliche Krippenspiel entern, sich mit allerlei Drohungen alle relevanten Rollen verschaffen und auch sonst alles umkrempeln. Marcelo Diaz hat die Theaterfassung des Romans, die David Gieselmann geschrieben hat, jetzt in der Schauburg inszeniert. Es dauert ein wenig, bis das Spektakel Fahrt aufnimmt. Dann aber geht es rund. Die Herdmann- Kinder, die anfänglich nur den Kuchen abgreifen wollten, finden Gefallen an den Proben und bringen sich voll ein. Von der Weihnachtsgeschichte haben sie null Ahnung, aber sie stellen die richtigen Fragen und bringen so manch vermeintliche Gewissheit ins Wanken. Sie entdecken neue Aspekte in der altbekannten Geschichte und führen sie letztendlich auf ihren Kern zurück: »Jedes Kind hat erst mal das Recht, in Ruhe Kind sein zu dürfen.« Und ganz nebenbei blickt der Zuschauer bei all dem Spaß hinter die Fassaden und die Sympathien verschieben sich.

Anne Fritsch

 


15./16. November, 10 Uhr, 16. November, 18 Uhr und 17. November, 19 Uhr, Schauburg. Karten: Tel. (089) 23 33 71 55.

 

 

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