Janosch Fries und Helene Schmitt schlüpfen in die unterschiedlichen Rollen des Märchens  © Cordula Treml

Theater wie das Leben

Andrea Gronemeyers Inszenierung des »Hässlichen Entleins« verzaubert an der Schauburg.

Es ist eine altbekannte und natürlich auch sehr pädagogische Geschichte: Hans Christian Andersens Märchen Das hässliche Entlein erzählt von einem Küken, das anders aussieht als die anderen – und das aufgrund seines Andersseins ausgestoßen wird. Bis es schließlich herausfindet, dass es wirklich anders – nämlich ein Schwan – ist und dass das vollkommen okay ist. Die Gefahr, hier moralisierend zu werden, ist natürlich groß. Doch das liegt Andrea Gronemeyer fern, die das Märchen jetzt als reduziertes Zwei-Personen-Stück in der Schauburg inszeniert hat. Der Schauspieler Janosch Fries und die Puppenspielerin Helene Schmitt spielen alle Rollen von der Entenmutter über die Katze bis zum Entlein. Da verwandeln sich Kissen in Vögel, es wird im Wasser geplanscht und gesungen. Auf der wunderschönen Bühne aus verschiedenen grünen Holzscheiben, die wie Seerosenblätter über einem imaginären Teich schweben, entwickeln sie eine poetische, aber niemals kitschige Geschichte über einen schwierigen Weg zum eigenen Ich. Mal jagen die beiden sich über die Plattformen, dann wieder gibt es ganz leise Momente, mal ist es lustig, dann wieder traurig. Ein kleines Theaterstück wie das Leben, für alle ab sechs Jahren. Anne Fritsch


H. C. Andersen: »Das hässliche Entlein«. Vorstellungen am 17., 19.-22. Mai, Große Burg. Karten: schauburg.net.

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