Doris Soffel als Klytämnestra in »Elektra« (c) Wilfried Hösl

Rossini versus Wagner

Porträt der vielseitigen Mezzosopranistin Doris Soffel

Wer Doris Soffel zuletzt am Nationaltheater als Klytämnestra in der Elektra von Richard Strauss erlebt hat, wird nicht vergessen, wie sehr sie sich ihre Würde zu bewahren suchte, obgleich gequält von Albträumen und beschwert durch einen riesigen Umhang, der ein Teil des Bühnenvorhangs zu sein schien: »Das Publikum muss sehen, ja mitfühlen, wie schwer der ist«, so Soffels Überzeugung, »und ich habe ihn auch wirklich über die ganze Bühne geschleppt, dieses Symbol der Schuld Klytämnestras.«

Schon Jahrzehnte vorher hat die Mezzosopranistin in München große Partien, nicht zuletzt in modernen Opern, gesungen, so »Die Dame« in Hindemiths Cardillac 1985 oder ein Jahr später die Kassandra in der Uraufführung von Reimanns Troades. Doris Soffel erinnert sich: »Aribert und ich hatten viele Schumann-Liederabende zusammen gemacht und er kannte meine Stimme sehr gut. Weil ich damals viel Rossini gesungen habe – etwa Mosé hier in München –, entschieden wir, dass es eine Koloratur-Partie werden sollte. Doch als er mir den ersten Partitur-Entwurf zeigte, fragte ich: ‚Ist das alles?‘ Seine Antwort: ‚Na, Kind, dann schreib ich dir noch ein paar gepfefferte Koloraturen dazu, gucken wir mal, wie du das dann hinkriegst!« Auch 1991 komponierte ihr Penderecki für Le Roi Ubu noch eine A-cappella-Koloratur auf den Leib, die prompt Szenenapplaus bekam.

Klaus Kalchschmid

Den kompletten Artikel finden Sie im Applaus-Heft 07-08/2018.

Arabella. Oper von Richard Strauss. 4. Juli, 19 Uhr; 7. Juli, 18 Uhr, Bayerische Staatsoper. Karten: Tel. (089) 21 85 19 20.

 

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