Foto der Preisträger im letzten Jahr (c) Daniel Delang

Härtetest

Der 67. Internationale Musikwettbewerb der ARD wird heuer in den Fächern Bratsche, Trompete, Klaviertrio und Gesang ausgetragen.

Beim ARD-Musikwettbewerb wechseln sich alljährlich 21 verschiedene Kategorien ab. Für BratscherInnen ist er einer der wichtigsten und renommiertesten, auch Trompeter oder Klaviertrios können sich selten in einem Wettbewerb aneinander messen. Aber nicht nur die Anzahl der Fächer ist einzigartig in der Wettbewerbslandschaft, eine Besonderheit in München besteht auch darin, dass renommierte Komponisten für alle Teilnehmer verpflichtende Stücke schreiben, die musikalisch und technisch anspruchsvoll zeigen können, wie versiert junge Interpreten oder Ensembles schon sind: so die Münchner Dirigentin und Komponistin Konstantia Gourzi für Bratsche, Olga Neuwirth für Trompete, Miroslav Srnka (Klaviertrio) oder Stefano Gervasoni (Gesang). Höchst spannend ist es auch für das Publikum, im Semifinale sechsmal hintereinander ein solch zeitgenössisches Werk und oft gravierende Unterschiede in seiner Interpretation zu erleben, die eine Partitur oftmals in ganz anderem Licht erscheinen lassen. Überhaupt stellt der ARD-Musikwettbewerb eine Schule des Hörens dar, wie es sie während der ganzen späteren Konzert-Saison in München nicht mehr geben wird.

Das Fach Gesang zählt zu den absoluten Publikumsmagneten des ARD-Musikwettbewerbs, dessen erste beide Runden man wie in den anderen Fächern auch bei freiem Eintritt verfolgen kann. 80 Sängerinnen und Sänger – davon wieder ein Drittel aus Südkorea und ein Drittel aus deutschsprachigen Ländern - hat dieses Jahr eine dreiköpfige Vor-Jury aus 270 Audio- Aufnahmen ausgewählt. Neben der Münchner Professorin Christiane Iven und der Jury-Vorsitzenden, der britischen Mezzosopranistin Ann Murray, war der Bariton Michael Nagy der Einzige der siebenköpfigen Münchner Jury, der im Vorfeld dabei war. Er wägt ab: »Da gibt es Stimmen, bei denen klar ist, dass man sie wieder hören möchte, aber auch die, welche eindeutig ausscheiden, und dann die, bei denen wir uns entweder nicht einig waren oder schwankten. Sie haben wir uns am Ende noch einmal angehört und erst dann entschieden.«

Klaus Kalchschmid

Mehr dazu erfahren Sie im aktuellen Applaus-Heft 09/2018.


ARD-Musikwettbewerb. 3. bis 21. September. Karten: Tel. (089) 59 00 - 1 08 80. Weitere Infos über die Zeitpläne und die Konzertsäle unter: ard-musikwettbewerb.de.

 

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