Das Münchener Kammerorchester bei einem Konzert im Rahmen der »Nachtmusik der Moderne« (c) Marco Borggreve

Gute Aussichten

»Vorwiegend heiter«, so hat das Münchener Kammerorchester seine kommende Konzertsaison überschrieben. Für den jungen Chefdirigenten Clemens Schuldt wird es bereits die dritte sein, die er mit dem vielseitigen Klangkörper verbringt. Und definitiv nicht die letzte! Schließlich hat man noch viel gemeinsam vor. Denn wenn die Musikerinnen und Musiker des Ensembles eines verbindet, dann ist es die Lust auf Neues, ohne darüber die Traditionen zu vergessen.

APPLAUS: Was darf man sich unter dem meteorologisch angehauchten Spielzeit-Motto vorstellen? Ein Jahr Dauerspaß?
CLEMENS SCHULDT: Nein, es soll natürlich keine reine Humorsaison sein, sondern die Heiterkeit in ihren Facetten darstellen. Wobei man vieles eben so oder so deuten kann. Bei Schubert gibt es ja zum Beispiel das Phänomen, dass ein Dur-Akkord eigentlich das Allertraurigste ist. Diese Doppelbödigkeit ist gerade das Spannende an dieser Saison.

Oder die Kombination? Wenn etwa Vivaldi zusammen mit Hosokawa erklingt?
Ich mag diese Art des gelenkten Hörens, bei dem durch die Begegnung von Altem und Neuem ganze andere Aspekte in den Stücken hervortreten als man erwartet hat. Deshalb war ja schon unser Haydn/Ligeti-Zyklus so erfolgreich und spannend. Es gab einige Leute, die gesagt haben, sie hätten plötzlich Ligeti als den Klassiker empfunden und Haydn als Innovator.

Auffällig im Programm sind einige neue Kooperationspartner.
Ja, ich freue mich sehr, dass die Zusammenarbeit mit der Theaterakademie nach einer längeren Pause wieder neu aufgeflammt ist. Ein weiterer großer Wunsch war die Zusammenarbeit mit dem BR-Chor. Und auch der wurde zum Glück erhört. Jetzt sind wir zusammen in der Pinakothek und ich hoffe, dass wir dieses großartige Ensemble noch weiter an unser Orchester binden können. Von der Zusammenarbeit mit der Schauburg für das Kinderkonzert verspreche ich mir ebenfalls sehr viel.

Tobias Hell

Das vollständige Interview finden Sie im Applaus-Heft 09/2018.


Münchener Kammerorchester. 1. Abonnement- Konzert. Martinu, Schumann, Zuraj, Mozart. Prinzregententheater, 11. Oktober, 20 Uhr. Weitere Informationen zum Spielplan unter m-k-o.eu.

 

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