Chefdirigent Kevin John Edusei und Intendantin Annette Josef freuen sich über neue Herausforderungen © Marco Borggreve

Die Punkte auf dem Y

Die Münchner Symphoniker unter Intendantin Annette Josef und Chefdirigent Kevin John Edusei wagen mit ihren spannenden Programmen immer häufiger neben Bewährtem Neues und Unbekanntes. Jetzt musste sich das Orchester auch organisatorisch neu aufstellen.

APPLAUS: Frau Josef, Herr Edusei, was hat es mit dem y bei den Münchner Symphonikern auf sich?
ANNETE JOSEF: Da unsere Organisationsstruktur auf dem Prüfstand war, wollten wir die Gelegenheit nutzen und auch das Logo, den weißen Friedensengel auf gelbem Grund, ändern. Jetzt gibt es ein sogenanntes Trema auf dem y, und diese beiden Punkte sind auch dem Namen vorangestellt.
KEVIN JOHN EDUSEi: Aus einem Kreis wurden also zwei, aber die Farben Gelb und Schwarz des Münchner Stadtwappens haben wir beibehalten.

Apropos Organisation: Sie hängen jetzt nicht mehr nur an einem Veranstalter, sondern mussten ein neues Modell finden. Wie kam es dazu?
A. J.: Nach seiner Gründung im Jahr 1945 durch Kurt Graunke war das Orchester ein eingetragener Verein und trug als »Symphonieorchester Graunke« auch bis 1990 seinen Namen. Fast 30 Jahre hatten wir dann die Partnerschaft mit einem Veranstalter, der den Kartenverkauf übernommen, Säle gemietet und Werbung gemacht hat. Vor anderthalb Jahren änderten sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen, und weil wir Gelder der öffentlichen Hand beziehen, greift nun ein sogenanntes Transparenzgebot für die Vergabe von Aufträgen.

Fielen da nicht auch Sicherheiten weg?
A. J.: Ja, klar. Der Veranstalter trug das Risiko und zahlte uns eine Gage.
K. J. E.: Die Neustrukturierung ist ein großer Kraftakt, für den ich allen unseren Mitarbeitern großen Respekt zolle. Ab jetzt liegt die Planung bei einem Konzert von A bis Z ganz bei uns. Das bedeutet einerseits mehr Risiko, andererseits aber auch mehr Freiheiten in der Umsetzung eigener Ideen und künstlerischer Ansätze.

Klaus Kalchschmid

Das vollständige Interview finden Sie im Applaus-Heft 10/2018.


Münchner Symphoniker: Nobody Knows. Coleridge-Taylor, Zimmermann, Ellington, Dvorák. 19. Oktober, 20 Uhr, Herkulessaal der Residenz. Karten: Tel. (089) 44 11 96 26 und unter muenchnersymphoniker.de.

 

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