Bariton Christian Gerhaher und Gerold Huber, Klavier © BR Klassik / Bernhard Neuhoff

Biografie fürs Ohr

Robert Schumann ist der Inbegriff des romantischen Musikers. Niemand hat so viele bedeutende Lieder nach Schubert komponiert wie er und mit seinen oftmals von Literatur inspirierten Klavier-Zyklen steht er in der Musikgeschichte einzigartig da. Aus Anlass der ersten CD von Christian Gerhahers Gesamtaufnahme aller Lieder widmet der Bayerische Rundfunk dem Komponisten einen Schwerpunkt.

Es gibt keinen äußeren Anlass dafür, dass der Bayerische Rundfunk gerade jetzt Robert Schumann feiert, aber wert ist es dieser Komponist zu jeder Zeit. So ist er im Spätherbst auf BR-KLASSIK/Hörfunk in vielerlei Hinsicht präsent: vor allem durch die zehnteilige Hörbiografie von Jörg Handstein. Erzählt von Udo Wachtveitl, entfaltet sich in ihr das wechselvolle Leben und Werk Robert Schumanns (gesprochen von Matthias Brandt) und seiner Frau Clara (Brigitte Hobmeier) über mehr als drei Stunden, von viel Musik angereichert. Unter anderem wird man ausführlich Zeuge des Kampfes von Robert um die Hand der jungen Clara, die Vater Wieck bis zu einem entsprechenden Prozess verweigert, oder der schon frühen, keineswegs unbegründeten Angst des Komponisten um seine seelische Gesundheit. Tatsächlich verbrachte er nach einem Suizidversuch die letzten beiden Jahre seines Lebens in der für damalige Verhältnisse modernen und fortschrittlichen Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn, von Stimmen verfolgt, Wahnvorstellungen ausgesetzt und gequält durch Schuldgefühle wegen seiner Syphilis-Erkrankung; dabei kaum besucht von seiner Frau oder dem jungen Brahms, weil die Ärzte das damals für kontraproduktiv hielten. Dennoch komponierte Schumann weiter – bis zu seinem Tod mit nur 46 Jahren.

Klaus Kalchschmid


Den vollständigen Artikel finden Sie im Applaus-Heft 12/2018.

Robert-Schumann- Schwerpunkt 26. November bis 7. Dezember, BR-KLASSIK; auch online unter br-klassik.de.

 

Zum Seitenanfang