Thomas Pigor (r.) und Benedikt Eichhorn sind seit Jahren ein eingespieltes Team © Yannick Perrin

Drei für Kasimir

Erich Kästners Erzählung »Drei Männer im Schnee«  als neue Revueoperette am Gärtnerplatztheater.

Drei Männer im Schnee erschien zwar 1934 noch in Österreich als Buch, aber das Theaterstück nach der Erzählung von Erich Kästner, dessen Bücher 1933 als »undeutsch« verbrannt wurden, konnte nur unter dem Pseudonym Robert Neuner als Das lebenslängliche Kind 1935 in Bremen aufgeführt werden. Die Verfilmungen der 1930er-Jahre entstanden denn auch in Frankreich, Schweden und der Tschechoslowakei; erst 1955 kam eine entzückende, sanft-ironische Wirtschaftswunder-Filmkomödie von Kurt Hoffmann in die Kinos – mit Paul Dahlke und Claus Biederstaedt. Dahlke spielte den Millionär, der unter dem Pseudonym Eduard Schulze Preisträger des Preisausschreibens seiner eigenen Firma wurde, nun inkognito den Gewinn – einen Aufenthalt im Grandhotel – einlöst und Personal wie Geschäftsleitung testen will. Biederstaedt verkörperte den ebenfalls mit einem mehrwöchigen Aufenthalt beschenkten arbeitslosen jungen Dr. Fritz Hagedorn, der gerne bar ausbezahlt worden wäre, nun aber im feinen Grandhotel eine Suite bewohnen darf – und für reich gehalten wird. Mit Kammerdiener Johann (Günther Lüders), der einen Geschäftsmann mimt, bilden sie ein hübsches Trio, das jungenhaft übermütig und in Sektlaune einen Schneemann baut – genannt Kasimir.

Doch dann nehmen die Verwicklungen ihren Lauf, weil der arme Fritz für den heimlichen Millionär gehalten wird, der Fabrikbesitzer Tobler aber für einen armen Schlucker, weshalb man ihn in eine zugige Dachkammer einquartiert und schikaniert, was dieser freilich zu genießen scheint. Am Gärtnerplatztheater steht dafür ein nicht minder fulminantes Trio auf der Bühne: Erwin Windegger, Armin Kahl und Alexander Franzen. Als dann noch die resolute Tochter Hilde (Julia Klotz) samt Hausdame Kunkel (Dagmar Hellberg) auftaucht und dem vermeintlichen Millionär von einer Dame namens Calabré (Sigrid Hauser) nachgestellt wird, ist das Schlamassel perfekt und die Komödie erreicht ihren Höhepunkt.

Klaus Kalchschmid


 

Den vollständigen Artikel finden Sie im Applaus-Heft Ausgabe 01/02 2019.

 

Drei Männer im Schnee. 31. Januar, 19.30 Uhr, Staatstheater am Gärtnerplatz. Karten: Tel. (089) 21 85 19 60 oder unter gaertnerplatztheater.de.

 

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