Robert Genin, »Liegender Akt«, 1928 © KUNSTFORUM OSTDEUTSCHE GALERIE REGENSBURG

Im Umkreis des Blauen Reiters

Das Schlossmuseum Murnau widmet Robert Genin (1884-1941) eine Retrospektive.

Wie auch Wassily Kandinsky studierte Robert Genin 1902 in München kurze Zeit an Anton Ažbes privater Malschule. Dann zog es ihn nach Paris, aber er hielt Kontakt zu den Kollegen vom Blauen Reiter, insbesondere zu den russischen Landsleuten um Kandinsky, Marianne von Werefkin, Alexej Jawlensky und Wladimir Bechtejeff. Die Galerie Thannhäuser in München vertrat ihn. Als der Erste Weltkrieg begann, wurde Genin in Trudering interniert, da er Bürger des Zarenreichs war. Bei Kriegsende zog der Maler nach Berlin. Aufenthalte in Ascona und auf Bali folgten, die in seiner Kunst Spuren hinterließen, bevor Robert Genin 1936 nach Russland zurückkehrte. Er erhielt Staatsaufträge, blieb von den Säuberungen Stalins unberührt. Er starb in Moskau kurz nach Beginn des deutschen Überfalls im Sommer 1941. Seinem fast schon globalen Lebensstil entsprechend sind seine erhalten gebliebenen Werke über die ganze Welt verstreut. Sie dokumentieren eine stilistische Wanderschaft, die im Jugendstil begann, den Expressionismus berührte, aber auch gerne bei neoklassizistischen Positionen Station machte. Seine Arbeiten zeigen, wie international und wie untereinander vernetzt die Avantgarden vor dem Ersten Weltkrieg und auch in der Zwischenkriegszeit waren.


Bis 30. Juni, Di-So sowie an Feiertagen, auch wenn sie auf einen Montag fallen, 10-17 Uhr. Schlosshof 2-5, 82418 Murnau am Staffelsee. Informationen: Tel. (08841) 47 62 01.

 

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