Fritz Winter, Ohne Titel, 1932 © Fritz-Winter-Stiftung/Sibylle Forster, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Unsichtbares malen

Fritz Winter in der Pinakothek der Moderne

Kann man Kräfte malen? Die einem realistischen Konzept verpflichtete Malerei würde es verneinen oder die Fragestellung dahingehend modifizieren, dass Kräfte zwar nicht wiederzugeben seien, die Malerei wohl aber Wirkungen von Kräften darstellen könne. Den Sturm kann man nicht malen, seine Auswirkungen, z. B. einen Schiffbruch, dagegen schon. Der Maler Fritz Winter (1905-1976) hat auf die Ausgangsfrage eine eigene und höchst originelle Antwort gegeben. Der Künstler wurde in eine westfälische Bergmannsfamilie hineingeboren. Er arbeitete als Bergmann, später auch als Grubenelektriker unter Tage. Neben seinem industriell bestimmten Arbeitsalltag fühlte Fritz Winter eine Berufung zum Maler, an der er allen Widrigkeiten zum Trotz festhielt. Zunächst bildete er sich autodidaktisch in expressiver Malerei weiter, wobei ihn die Werke van Goghs und Paula Modersohn-Beckers besonders faszinierten. Im Jahr 1927 konnte Winter seine Ausbildung zum Maler am Bauhaus beginnen, die drei Jahre lang dauerte. Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer und Paul Klee waren seine Lehrer. Zudem beeinflusste ihn die Malerei Lyonel Feiningers in besonderem Maße. Die Darstellung von unsichtbaren Kräften wie Stoß- und Druckwellen, Strahlungen, des Magnetismus sowie von in der Erde verborgenen Kräften wie Metalladern und tektonischen Verschiebungen interessierte den Maler-Bergmann vor allem. Schon bald ahnte er, dass allein eine abstrakte, vom Gegenständlichen befreite Malerei dies möglicherweise zu leisten vermochte. (...)

Autor: Rüdiger Heise

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Print-Ausgabe APPLAUS 1/2 2018.


Fritz Winter

3. Februar bis 10. Juni, Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40.

Informationen: Tel. (089) 23 80 53 60.

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