Fassade der Villa Stuck (c) Nikolaus Steglich

Im Zeichen der Amazone

Als Kunstmuseum feiert die Villa Stuck in diesem Frühjahr ihr 50-jähriges Jubiläum

Was auch immer los war an der Ecke Ismaninger Straße und Prinzregentenstraße. Langweilig wurde es nie. Gleichwohl erlebte der Gebäudekomplex aus Wohn- und Atelierhaus des Münchner Malerfürsten Franz von Stuck bessere und schlechtere Zeiten. 1897/98 ließ ihn der Künstler nach eigenem Entwurf errichten. Es galt den Vergleich mit den Palazzi der beiden anderen Münchner Malerfürsten – Franz von Lenbach und Friedrich von Kaulbach – zu bestehen oder sich sogar im Wettbewerb mit ihnen an die Spitze zu setzen. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs rundete der eindrucksvolle Atelierbau samt Seitenflügel mit Wohnungen für seine Bediensteten und Garagen das Ensemble ab. Der Atelierbau beeindruckte nicht nur durch seine schieren Ausmaße, sondern auch durch seine Modernität: Im Keller ließ sich Franz von Stuck eine Fotowerkstatt sowie eine Tongrube einrichten, um Material für die Entwürfe zu seinen Großplastiken vorzuhalten. Nach dem überraschenden Tod des Künstlers im Jahr 1928 blieben Villa und Atelier im Eigentum der Familie, verfielen aber in eine Art Dornröschenschlaf. Ein Erwachen daraus erfolgte paradoxerweise kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Musikhochschule den Gebäudekomplex bezog. Nach deren Auszug 1957 mieteten bedeutende Galeristen, zeitweise sogar parallel, Räume der Villa wie des Ateliers. Die Aktivitäten von Günther Franke, Otto van de Loo, Gunther Sachs und Christoph Dürr, um die bekanntesten zu nennen, prägen die Gebäude, verankern sie im Bewusstsein des Münchner Kunstpublikums und schreiben damit Münchner Kunstbetriebsgeschichte. Im Keller der Villa hat sich ein Restaurant eingerichtet. Zugleich schießen Spekulationen ins Kraut: vom radikalen Umbau bis hin zum Abbruch. Der Initiative wie Schenkung des Ehepaars Hans Joachim und Amélie Ziersch, die früher als andere den Jugendstil als Kunststil schätzten, ist es zu verdanken, dass sich letztlich die Museumsnutzung gegen alle anderen konkurrierenden Nutzungsmöglichkeiten durchsetzt. Anfang März 1968 wird das Museum Villa Stuck eröffnet. Eine Generalsanierung in den Jahren 1998 bis 2000 führt dann zum Museum in seiner heutigen Gestalt.

Autor: Rüdiger Heise

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Betreff: Schicksal Villa Stuck. Das Neue Atelier Franz von Stucks. Bis 6. Mai. Rudolf Bott – Enduro. Bis 13. Mai. Di-So 11-18 Uhr, am ersten Freitag des Monats »Friday late«: 18-22 Uhr bei freiem Eintritt, Museum Villa Stuck, Prinzregentenstr. 60.

Informationen: Tel. (089) 45 55 510.

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