Ausstellungsansicht, Galerie Nagel Draxler, Berlin, 2017 (c) Courtsey Stephan Dillemuth, Galerie Nagel Draxler, Simon Vogel (c) VG Bild-Kunst Bonn 2018

Ein Perückenfan

Retrospektive mit Stephan Dillemuth

Das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft benennen zwei Extrempositionen, die, so will es einem scheinen, seit Menschengedenken existieren: Die eine behauptet eine Eigengesetzlichkeit der Künste in allen ihren Erscheinungsformen und fordert für die Kunst Autonomie ein. Die Gegenposition sieht die Künste mit den sie umgebenden Gesellschaften aufs Innigste verknüpft und verbandelt. In Anlehnung an Kants berühmtes Inbeziehungsetzen von Begriff und Anschauung ließe sich formulieren: Gesellschaft ohne Kunst ist blind, Kunst ohne Gesellschaft wäre leer. Der 1954 im hessischen Büdingen geborene Stephan Dillemuth gehört zu jenen, für die Kunst und Gesellschaft im dialektischen Verhältnis zueinander stehen. Das wird bereits an dem witzigen Titel deutlich, den der Künstler für seine Retrospektive gewählt hat, in der ein Überblick über künstlerische Aktivitäten in den letzten 40 Jahren gegeben wird: Regulär 10 Euro. Ermäßigt 5 spielt auf das Eintrittsgeld für Museen an, wie auch das Lenbachhaus und der ihm angeschlossene Kunstbau eines ist. In einer Gesellschaft, in der alles durch das allgemeine Äquivalent des Geldes zugleich stratifiziert ist, gibt es auch den Kunstgenuss, die Sehschule der Bilder keinesfalls umsonst. Die Stadt München, in der Stephan Dillemuth seit 2004 die Professur für Kunstpädagogik an der Kunstakademie innehat, ehrte den Künstler im Jahr 2013 mit ihrem Kunstpreis und ehrt ihn jetzt mit einer ersten umfassenden Retrospektive...

Rüdiger Heise

Den Rest des Artikels finden Sie im Applaus-Heft 05/2018.


Stephan Dillemuth. Regulär 10 Euro. Ermäßigt 5. Bis 9. September, Di 10- 20 Uhr, Mi-So sowie feiertags 10-18 Uhr, Städtische Galerie im Lenbachhaus, Luisenstr. 33.

Informationen unter: Tel. (089) 23 33 20 00 und lenbachhaus.de.

 

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