Hubert Kiecol, »Schrank«, 1990 (Auschnitt) (c) Astrid Busch Berlin © Arno Declair, Hamburg © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Rückkehr des Verdrängten

Die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst (DG) präsentiert ein neues Projekt.

Vor etwas mehr als 100 Jahren erschien im Münchner Piper Verlag Wassily Kandinskys Über das Geistige in der Kunst – insbesondere in der Malerei. Die Abhandlung gehört zu den Programmschriften nicht nur des »Blauen Reiter«, sondern der Moderne schlechthin. Das Thema lag in der Luft. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg dachten Künstler wie Mondrian, Duchamp oder Malewitsch in diese Richtung. Es galt zur Malerei selbst, zu ihren Grundformen, zum Wesen der Farben vorzudringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann in der konkreten Kunst eine Spielart des Abstrakten starke Beachtung, in der das Geistige durch mathematische wie naturgesetzliche Exaktheit ersetzt wurde. Das Geistige schien nicht nur aus der Malerei, sondern auch aus den Geisteswissenschaften ausgetrieben. Als Verdrängtes kehrt es aber stets zurück.

Im Jahr des 125-jährigen Bestehens der DG knüpft das gemeinsam mit dem Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt erarbeitete Projekt hier an. Acht Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart reflektieren in ihren Arbeiten darüber, welche Rolle das Geistige in der gegenwärtigen Bildkunst noch oder wieder spielt. Beteiligt sind: Anna Borgman/Candy Lenk, Edith Dekyndt, Rainer Eisch, Hubert Kiecol, Bastian Muhr, Yelena Popova, Brigitte Schwacke sowie von kuratorischer Seite Benita Meißner, Simone Schimpf und Yvonne Ziegler.

Rüdiger Heise

12. September bis 3. November, Di-Fr 12-18 Uhr, Eröffnung am 11. September, 18-21 Uhr, Finkenstr. 4. Tel. (089) 28 25 48.

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