Alfred Kubin, »Kampf mit dem Panther«, 1913 © Eberhard Spangenberg, München/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Österreich-Connection

Eine Ausstellung im Lenbachhaus befasst sich mit dem engen Verhältnis, das der österreichische Zeichner und Autor Alfred Kubin zu den Künstlerinnen und Künstlern des Blauen Reiter unterhalten hat.

Die beiden berühmten expressionistischen Künstlergemeinschaften Die Brücke und Der Blaue Reiter hält man für penibel erforscht. Dass sich 100 Jahre später bezüglich ihrer Geschichte und des Beziehungsgeflechts der Beteiligten noch Neues ans Tageslicht befördern ließe, erscheint fast als eine Sensation. Und doch gibt es solche weißen Flecken. Einer davon wird sich jetzt im Herbst mithilfe einer Ausstellung des Lenbachhauses füllen lassen. Der österreichische Zeichner Alfred Kubin (1877-1959) ist als Illustrator vor allem fantastischer Romane wie als Verfasser eines eben solchen, der Dystopie Die andere Seite, bekannt geworden. Doch wem außer den kunsthistorischen Fachwissenschaftlern ist bekannt, dass Alfred Kubin zu den Gründungsmitgliedern des Blauen Reiter gehörte? Die von Annegret Hoberg, der Sammlungsleiterin für den Blauen Reiter und das Kubin-Archiv am Lenbachhaus, kuratierte Ausstellung macht es sich zur Aufgabe, die Beziehungen und Verbindungen der Mitglieder der Künstlergemeinschaft mit Alfred Kubin einem breiten interessierten Publikum darzulegen.

Es beginnt mit der Vorgeschichte des Blauen Reiter. Seine erste Ausstellung in München erlebt der 27-jährige Alfred Kubin im Rahmen der von Wassily Kandinsky gegründeten Künstlervereinigung Phalanx im Jahr 1904. Die ausgestellten Arbeiten erregen bei den Zeitgenossen gewaltiges Aufsehen, weniger wegen der angewandten Technik, die an Max Klingers und Goyas Radierungen und Aquatintablätter erinnert, als wegen der Unverblümtheit und Brutalität, mit denen hier die Abgründe psychischen Erlebens und der Triebregungen zur Darstellung im Bild gelangen.

Rüdiger Heise

Den vollständigen Artikel finden Sie im Applaus-Heft 10/2018.


Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Luisenstr. 33. Tel. (089) 23 33 20 00..

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