Anne Sterzbach, »Ohne Titel« (Ausschnitt), 2016 © Annette Kradisch

Aus Liebe zum Kontrast

Mojé Assefjah und Anne Sterzbach eröffnen in der Neuen Galerie Dachau die Herbstsaison.

Zumindest gehören die in Teheran geborene Mojé Assefjah und Anne Sterzbach aus Nürnberg derselben Generation der um 1970 geborenen Künstlerinnen an. Dann beginnen die Unterschiede. Während Assefjah, ausgebildet in den 1990er-Jahren bei Jerry Zeniuk an der Münchner Kunstakademie, eine Malerin ist, arbeitet Anne Sterzbach, Schülerin von Silvia Bächli, installativ und bildhauerisch. Der Erkenntniswert des Kontrastes an sich, das aus der Gegensätzlichkeit herrührende Momentum des Erkennens stehen gegenwärtig bei Galeristen und Ausstellungsmachern hoch im Kurs, so auch hier.

Mojé Assefjah bedient sich der traditionellen Technik der Eitemperamalerei. Damit lassen sich zwischen opak und lasierend alle Zwischenstufen der Farbsättigung erzielen. Ihre weit ausholenden Schleifen sind dabei in Bildräume gestellt, sodass sich eine Verbindung zwischen Figuration und Abstraktion ergibt. Anne Sterzbach kommt von der Textilkunst. Ihr Ehrgeiz besteht darin, mit minimalem Materialaufwand ein Maximum an räumlicher Bestimmung und Setzung zu erreichen. Mit Purismus reagiert sie auf die Opulenz der Malerin, greift aber mit den eigenen Mitteln, etwa Fäden und Farbstiften, das Farbarsenal ihrer Münchner Kollegin auf. Dem genauen Blick zeigt sich also, dass beide Künstlerinnen kontrastiv aufeinander reagieren.

Rüdiger Heise

7. Oktober bis 11. November, Sa-So 14-18 Uhr sowie nach Vereinbarung, Vernissage am So, 7. Oktober, 15 Uhr, Mühlweg 2, 86944 Oberdießen. Informationen: Tel. (0 82 43) 36 38 oder unter oswald-malura.de.

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