Links im Bild: Marionette »Teufel Pluto« aus der Inszenierung »Faust« des Marionettentheaters Münchner Künstler; rechts im Bild: Marionette »Zentaur« aus der Inszenierung »salto.lamento« des figuren theaters tübingen; Figuren: Frank Soehnle (2006) © Münchner Stadtmuseum

Puppen haben das Wort

Frank Soehnle und Sabine Ebner realisieren im Stadtmuseum ihre Installation »wunder.kammer«.

Unter Wunderkammern verstand man in Renaissance und Barock fürstliche Sammlungen, in denen ganz Heterogenes zusammenkam. Die »wunder.kammer« Frank Soehnles, geboren 1963 in Stuttgart, versteht sich als Gesamtkunstwerk, an dem Tanz, Theater, Musik, Literatur und die bildenden Künste zusammenwirken. Die Installation gliedert sich in acht inszenierte Motivräume. Figuren und Exponate aus der Sammlung Puppentheater des Stadtmuseums kommen mit Puppen aus Soehnles eigenen Produktionen der letzten 30 Jahre in Kontakt.

Dabei geraten sowohl das Rahmenthema Inklusion des Festivals wie die thematischen Schwerpunkte von Soehnles dramaturgischem Wirken, etwa der Totentanz, Schattenwelten, Zwitterwesen oder die Reise zwischen Himmel und Hölle, in den Fokus der Aufmerksamkeit. Indem Frank Soehnle und Sabine Ebner, die während der Realisierung der Ausstellung Stipendiaten des Künstlerhauses Villa Waldberta der Landeshauptstadt München sind, die Figuren aus der Sammlung des Stadtmuseums in ihre Installation integrieren, wird diese zum aktiven Reflektionsort der Geschichte des deutschen Puppentheaters in den vergangenen 100 Jahren.

Rüdiger Heise

 


Bis 27. Januar 2019, Di-So 10-18 Uhr, feiertags geöffnet. Jeden zweiten Mittwoch im Monat sind ausgewählte Ausstellungen bis 20 Uhr geöffnet. St.-Jakobs-Platz 1. Informationen: Tel. (089) 23 32 23 70.

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