Jörg Immendorff, »Wo stehst du mit deiner Kunst, Kollege?«, 1973, Acryl auf Leinwand, 2-teilig © Estate of Jörg Immendorff, Courtesy Galerie Michael Werner, Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

Kraftkerl und Chronist

Das Haus der Kunst widmet dem Maler und Bildhauer Jörg Immendorff eine umfangreiche Retrospektive. Die Stimmungsgeschichte Deutschlands spiegelt sich dabei in seinem Werk auf einzigartige Weise wider.

Um als Malerfürst wie sein Kollege Markus Lüpertz durchzugehen, dafür verhielt sich Jörg Immendorff zu plebejisch, einigen wir uns auf den Kraftkerl mit gelegentlicher Vorliebe für Auftritte als »Rampensau«. Der Retrospektive im Haus der Kunst haftet in mehrfacher Hinsicht ein melancholisches Moment an: Zum einen ist es die erste umfangreiche Retrospektive nach dem Tod des Künstlers vor zehn Jahren, als er im Alter von 61 Jahren an der heimtückischen Nervenkrankheit ALS starb. Sodann ist es die letzte Ausstellung vor dem Eintritt in den Ruhestand, die Ulrich Wilmes am Haus der Kunst kuratorisch betreut. Und drittens wird es wohl eine der letzten großen Ausstellungen sein, bevor das Haus der Kunst wegen seiner Generalsanierung für längere Zeit die Tore schließt. Die Überblicksausstellung folgt dabei nicht dem konventionellen Prinzip der Chronologie, sondern sie bildet Cluster an bedeutsamen Eckpunkten von Immendorffs künstlerischer Entwicklung. Rund 200 Arbeiten, vornehmlich Gemälde, aber auch Skulpturen des Meisters, sind zu sehen.

Rüdiger Heise

 


Den vollständigen Artikel finden Sie im Applaus-Heft 12/2018.

Jörg Immendorff: Für alle Lieben in der Welt. Bis 27. Januar 2019, Mo-So 10-20 Uhr, Do 10-22 Uhr, Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1. Tel. (089) 21 12 71 13.

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