»Isarfloß«, ein Gemälde des Landschafts- und Marinemalers Claus Bergen (1885-1964) © Hirmer Verlag

Malerei im Blauen Land

Wer zwischen Isar und Loisach künstlerisch tätig war, verrät dieses Buch.

Dass Lexika auch in Online-Zeiten ihre Berechtigung zu behaupten wissen, dafür steht dieses von Walter Frei sowie seinen Helferinnen und Helfern realisierte Projekt. Nach dem alphabetischen Prinzip stellt es Malerinnen und Maler vor, die im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zumindest zeitweise ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt besessen oder im Tölzer Land regelmäßig Urlaub gemacht haben. Es versteht sich als ein Erinnerungs- und Gedenkbuch. Noch tätige Künstler wurden nicht aufgenommen. Mehr als 130 Künstlerinnen und Künstler werden in Text und Bild vorgestellt. Besonders herausgearbeitet wird dabei der regionale Bezug, auch durch Zitate aus zeitgenössischen Publikationen. Die im Bild vorgestellten Arbeiten stammen zum größten Teil aus Privatbesitz, sind also kaum öffentlich zu sehen. Zeitlich geht der Weg zurück bis in das 16. Jahrhundert zu dem aus Tölz gebürtigen Christoph Helfenrieder und Caspar Amort aus der Jachenau. Die Mehrheit der Malerinnen und Maler, die hier vorgestellt werden, lebte im 19. Jahrhundert sowie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Beim Durchblättern des Buches macht man so manche Entdeckung, etwa den Münchner Sezessionisten Georg Jauss, der mit feinem Farbsinn zu überraschen weiß.

Rüdiger Heise

 


»Malerisches Erbe zwischen Isar und Loisach«, Hrsg. Walter Frei, Hirmer Verlag München, 288 Seiten, 285 Abb., 39,90 €, ISBN 978-3-7774-3212-0.

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