»Die Zauberflöte«, I. Akt, 6. Szene: Erscheinung der Königin der Nacht, Bühnenbildentwurf von Simon Quaglio, 1818. © Deutsches Theatermuseum München, F 4689

Am Leitfaden des Bühnenbildes

Die Ausstellung im Deutschen Theatermuseum München vollzieht die 200-jährige Geschichte der Münchner Oper an der Entwicklung ihrer Bühnenbilder nach.

Am Anfang steht ein Simon Quaglio mit seinen Zeichnungen zur Zauberflöte. Die Erinnerung an die Freimaurer ist verblasst, dafür dominiert die Himmels- und Traummetaphorik die beliebteste deutsche Repertoireoper.

Die Ausstellung am Hofgarten zieht mit originalen Zeichnungen, Aquarellen und Gouachen, wegen der konservatorischen Erfordernisse in geheimnisbeförderndes Helldunkel getaucht, ihre Besucherinnen und Besucher in den Bann. Der 200-jährige Geburtstag der Münchner Oper, präziser ausgedrückt der Hofoper und des später dann sogenannten Nationaltheaters, neigt sich dem Ende zu, aber bis Anfang April ist diese Ausstellung noch zu besichtigen, die Münchner Operngeschichte an den Entwicklungen der Bühnenbilder der fünf hier am häufigsten inszenierten Repertoireopern nachvollziehbar macht. Es handelt sich dabei um Mozarts Zauberflöte, Beethovens Fidelio – mit 17 Inszenierungen in München der Top Runner –, Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, Verdis Aida und Richard Strauss' Frau ohne Schatten. Der Münchner Theaterwissenschaftler Jürgen Schläder hat zusammen mit Museumsleiterin Claudia Balk die Jubiläumsschau eingerichtet. Das konzise Konzept der Ausstellung, das die besonderen Originalbestände des Museums auf optimale Weise einbindet, lässt sich auch durch das Spiegelkabinett im Obergeschoss, in dem Produktionen der Münchner Staatsoper aus dem neuen Jahrtausend in Bild und Ton vorgestellt werden, nicht durchkreuzen.

Rüdiger Heise

 


Den vollständigen Artikel finden Sie in der Applaus-Ausgabe 03/2019.

Vision und Tradition. 200 Jahre Nationaltheater – eine Szenographiegeschichte. Bis 14. April, Di-So 10-16 Uhr, Galeriestr. 4a (Hofgartenarkaden). Tel. (089) 21 06 91 28.

Zum Seitenanfang