»Gewittrige Landschaft« um 1925 ©Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München, Leihgabe aus Privatbesitz. VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Franz Radziwill

Die Bayerische Staatsgemäldesammlung hat erstmals ein Gemälde des  Malers Franz Radziwill erworben.

Vom Expressionismus über die Neue Sachlichkeit und den Magischen Realismus hin zu einem ganz individuellen Symbolismus bewegte sich der Maler Franz Radziwill in seiner Stilentwicklung. Dem Motivkreis seiner Wahlheimat Dangast, einem Nordseebad am Jadebusen, ist das 1938 entstandene Gemälde Grodenstraße nach Varelerhafen zugehörig, das jetzt die Bayerische Staatsgemäldesammlung mithilfe der Theo- Wormland-Stiftung erwerben konnte. In der Pinakothek der Moderne ist das Bild jetzt zusammen mit einem Doppelbild zu sehen, dessen eine Seite erstmals öffentlich zu bewundern ist. Das Bild Landschaft mit drei schwarzen Schemen aus dem Jahr 1920 zeigt den Maler im Banne seines Lehrers Karl Schmidt-Rottluff. Vier Jahre später nutzte Radziwill die noch unbenutzte Seite der Leinwand für seine Gewittrige Landschaft im Stile der Neuen Sachlichkeit. Radziwills eigentümliche Farbigkeit tritt ebenso hervor wie die düster-dräuende Stimmung auf seinen Bildern, die den Künstler, obwohl Parteimitglied, doch schnell mit der NS-Kulturpolitik in Konflikt geraten ließ. Von Schiffen und Flugzeugen fasziniert, sah er in ihnen aber doch eher Unheilsals Glücksboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkte sich noch seine Technik- und Zivilisationskritik. 


Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Pinakothek der Moderne, Barer Str. 40. Tel. (089) 23 80 53 60.

 

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