In verschiedenen Stationen wird die Karriere Erika Manns dokumentiert © Stefan Loeber/Münchner Stadtbibliothek

Für Anstand, Frieden und Toleranz

Die Ausstellung »Erika Mann. Kabarettistin – Kriegsreporterin – Politische Rednerin« in der Monacensia.

»Beteiligt euch! Es geht um eure Erde«. Vor dem Hintergrund der Klimaschutzdiskussion, aber auch der zunehmenden Radikalisierung ist dieses Zitat Erika Manns verblüffend aktuell. In den frühen 1930er-Jahren, als die Nationalsozialisten in Deutschland nach der Macht strebten, erkannte die junge Schauspielerin, dass Politik nicht allein Sache ausgewählter »Profis« sei, sondern alle Menschen anginge. Damals ging es freilich in erster Linie um Frieden und Toleranz. Mit einer erstmaligen Einzelausstellung widmet sich die Monacensia im Hildebrandhaus dem Leben und Werk von Erika Mann (1905-1969), der ältesten Tochter von Katia und Thomas Mann. Im Mittelpunkt steht Erika Manns konsequentes Eintreten für Freiheit und Demokratie.

Sie gehörte der „tänzerischen Generation“ der zwanziger Jahre an, verkörperte die neue Frau, schrieb launige Feuilletons für die Zeitung, liebte Theaterskandale, durchquerte ganz Europa mit dem Auto und genoß das Leben als Tochter aus berühmtem Hause in vollen Zügen. Der heraufziehende Nationalsozialismus öffnete ihr politisch die Augen. Fortan sah Erika Mann ihre selbst gestellte Aufgabe in der politischen Aufklärung und fürchtete keine Konflikte.

Mit ihrem Kabarett „Die Pfeffermühle“ feierte sie im Januar 1933 in München große Erfolge. Weit über München hinaus verbreitete sich der Ruhm des Ensembles, das im März 1933 ins Exil gezwungen wurde und im Oktober in Zürich wieder eröffnete. Der kabarettistische Kampf gegen Hitler konnte in vielen deutschsprachigen Ländern trotz Saalschlachten, Auftrittsverboten und Überwachung durch die Behörden bis 1936 fortgesetzt werden. Dann zwang die politische Weltlage zur Emigration in die USA. Als politische Rednerin, Buchautorin und Kriegskorrespondentin startete Erika Mann hier eine zweite Karriere. 

Die Ausstellung „Erika Mann. Kabarettistin – Kriegsreporterin - Politische Rednerin“ präsentiert biografische Dokumente, Briefe, Manuskripte, Fotografien sowie Filmaufnahmen und Originaltöne einer bis an ihr Lebensende kämpferischen Frau, die für die Geschichte des 20. Jahrhunderts fesselnd und repräsentativ und für die Gegenwart höchst aktuell ist. Der Großteil der gezeigten Exponate entstammt dem umfangreichen literarischen Nachlass von Erika Mann, der in der Monacensia im Hildebrandhaus aufbewahrt wird.

Empfehlenswert sind die Ausstellungsführungen mit Kuratorin Prof. Dr. Irmela von der Lühe am  12. November 2019, 17 Uhr, 21. Januar 2020, 17 Uhr und 19. Februar 2020, 17 Uhr. Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die Ausstellung wird von einem hochkarätigen Veranstaltungsprogramm begleitet. 

Die nächsten Programmpunkte:

Sonntag, 10. November 2019, 11 Uhr: „Warum sind wir so kalt?“ Erika Manns Exil-Kabarett „Die Pfeffermühle“ (1933-1937) 
Matinee mit Anatol Regnier und Monika Sutil

Dienstag, 12. November 2019, 19 Uhr: „Anstand, Freiheit, Toleranz“ 
Öffentliche Debatte über die Ideale der Demokratie Journalismus und politische Berichterstattung

Dienstag, 21. Januar 2020, 19 Uhr: “Democracy for Peace”
Vortrag und Gespräch mit Frido Mann


11. Oktober 2019 bis 30. Juni 2020, Monacensia im Hildebrandhaus, Maria-Theresia-Str. 23, 81675 München. Eintritt frei. Informationen auf www.muenchner-stadtbibliothek.de/monacensia.

  

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