Kuratorin Doris Dörrie (c) Dieter Mayr

Literaturfest

Echt oder erfunden?

Keine Eigenschaft ist heute wohl so sehr erwünscht wie Authentizität – eine ganze Branche lebt von ihrer Herstellung. Doch wie erkennt man, was »echt« ist? Gibt es so etwas wie das »wahre Gesicht« oder ist unsere Identität nicht vielmehr ein Konstrukt, das sich ständig wandelt? Beim diesjährigen Literaturfest, das vom 15.11. bis 3.12. stattfindet, geht es genau um solche Fragen. Das Programm des forum:autoren steht unter dem Motto »Alles Echt. Alles Fiktion« und wird von Doris Dörrie kuratiert. Wo verlaufen die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion und was bedeutet es für Literatur, wenn die Sehnsucht nach dem Wahren, dem radikal Autobiografischen immer mehr in den Fokus rückt? Nicht nur mit Lesungen, Vorträgen und Diskussionen nähert man sich diesem Themenkomplex, sondern auch mit einem Dokumentarfilmprogramm und einem Workshop zum Thema »Filme lesen lernen«. Teil des Literaturfestes ist auch die 58. Münchner Bücherschau. Im Gasteig locken Ausstellungen wie Die Kinder- und Jugendbücher des Jahres oder Die schönsten deutschen Bücher, gleichzeitig findet ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm statt: Unter anderem lesen der neue Preisträger des Deutschen Buchpreises Robert Menasse oder der Pionier der Poetry-Slam-Bewegung Bass Böttcher und stellen ihre neuen Bücher vor. Ein besonderer Höhepunkt soll der Auftritt von Nora Gomringer und Günter Baby Sommer sein: eine mit Schlaginstrumenten inszenierte Text-Klang-Komposition zu Grimms Wörtern von Günter Grass.

Bärbel Scherf


Literaturfest München: 15. November bis 3. Dezember.

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