Autorin Emma Garnier (c) Milena Schlösser

Grandhotel Angst

Emma Garnier

Vor Jahren stieß Emma Garnier während eines Sommerurlaubs auf ein verlassenes Hotel in Bordighera an der ligurischen Küste. »Vor mir stand eine verwitterte Ruine, deren Ausstrahlung an den Untergang der Titanik erinnert.« In roten Lettern prangte das Wort »Angst« auf dem Giebel, abgeleitet von seinem Besitzer Adolf Angst, und inspirierte die Autorin sogleich zu einem Psychothriller, für dessen Vollendung sie fast 14 Jahre brauchte. Grandhotel Angst ist die um 1900 spielende Geschichte der jungen Engländerin Nell, die mit ihrem Mann Oliver ihre Flitterwochen in Bordighera verbringen will. Sie quartieren sich im Grandhotel Angst ein, einem luxuriösen und geheimnisvollen Gebäude mit exotischem Hotelpark. Doch seltsamerweise ist Oliver im Hotel bereits bekannt und er scheint Geheimnisse mit Personal und Gästen zu teilen. Seltsame Dinge geschehen, ein Zimmermädchen hat Angst vor Nell, schließlich stirbt ein Hotelgast. Nell beginnt, ihre Wahrnehmung infrage zu stellen, und fürchtet um ihren Verstand. Dennoch beginnt sie nachzuforschen – und stößt auf eine unheimliche Legende, die sie bald selbst in Gefahr bringt … Blumig und atmosphärisch dicht gestaltet Emma Garnier dieses Verwirrspiel um die Jahrhundertwende. Dabei dient das mondäne Hotel als ideales Setting für den Roman – gerade Leser mit Faible für sogenannte »lost places« werden hier ihr wahres Vergnügen finden.

Bärbel Scherf


Emma Garnier: »Grandhotel Angst«, Verlagsgruppe Random House, 320 Seiten, € 13,00, ISBN 978-3-328-10088-1.

Zum Seitenanfang