Buchcover

Nach der Party

A. Beatrice DiSclafani

»Manchmal können Freundschaften so tief und obsessiv werden, dass die eigene Identität davor verblasst.« Seit frühester Kindheit sind Joan Cecilia Buchanan und Joan Fortier, beide Mitglieder der High Society im Houston der 1950er-Jahre, eng befreundet. Seit dieser Zeit eifert die eine Joan der anderen Joan nach, steht in ihrem Schatten. Ihre Lehrerin benennt sie um, nach ihrem zweiten Namen, um beide besser unterscheiden zu können: »Meine Mutter war empört. Aber der Name blieb mir, und von da an wurde Joan zu Joan und ich zu Cece, weniger ein Name als ein Geräusch, ein zweimaliges Zischen; fast ein Pfeifen.« Das ganze Buch über wird aus Ceces Perspektive erzählt, von ihrer Hingabe gegenüber ihrer glamourösen Freundin, die sich außerhalb der gesellschaftlichen Konventionen bewegt. Eine regelrechte Besessenheit entwickelt sich, die Cece zur Komplizin und Teilhaberin an Joans Fluchten und Ausbrüchen macht. Vor der Kulisse schillernder Clubabende, Cocktailpartys und Debütantinnenbälle erkundet A. Beatrice    DiSclafani in ihrem zweiten Roman Nach der Party Macht und Machtverhältnisse. Neben der Macht Joans über Cecilia wird auch die Macht des Geldes, das durch die goldene Zeit des Erdöls nur so sprudelte, sowie die Macht der Männer, die Freiheit und Einfluss für sich beanspruchen, Thema. Am Ende wird Joans Geheimnis gelüftet und macht sie zur tragischen Figur …

Bärbel Scherf


A. Beatrice DiSclafani: »Nach der Party«, C. Bertelsmann 2017, 400 Seiten, € 19,99. ISBN 978-3-570-10308-1

Zum Seitenanfang