Schauspieler Ulrich Tukur und Pianist Sebastian Knauer sind ein eingespieltes Team © Andreas Hornoff

Moby Dick

Wort trifft Musik

»Moby Dick ist einer der fantastischsten Romane der Weltliteratur und Melville ist für mich der größte amerikanische Autor«, kommentiert Ulrich Tukur seine Rolle des Vorlesers, die ihm im Frühjahr 2018 sozusagen in den Schoß gefallen war, als er nämlich für den erkrankten Schauspielkollegen Klaus Maria Brandauer einsprang. Eine Aufgabe, die der bekannte Mime und Musiker mit Bravour meisterte und noch immer meistert. Vor allem die sprachliche Urgewalt des Textes begeistert ihn: »Bartleby der Schreiber ist eine Novelle in der Erzählung, die so abgründig, vielschichtig und so komplex ist, wie es in Europa nur Gogol hätte schreiben können.«

Für die szenische Lesung, die Sebastian Knauer mit Klavierstücken von Melville-Zeitgenossen wie Franz Liszt, Frédéric Chopin, Modest Mussorgsky oder Scott Joplin umrahmt, hat Tukur den »Riesenschinken« auf das Wesentliche eingedampft. Reduziert auf die Waljagd als persönlichen Rachefeldzug und garniert mit dem Reiz und den Gefahren der Seefahrt erzählt Moby Dick von einem Mann, der ein Tier töten will, dann aber selbst von dem Tier getötet wird. Ulrich Tukur skizziert die Schlüsselszenen eher, als dass er sie ausführlich vorträgt, und schafft so Raum für die vielen Zwischentöne, die diesen Roman eigentlich ausmachen. Er möchte Lust machen auf mehr: »Dass die Menschen vielleicht dazu animiert werden, das ganze Ding zu lesen.«

 


7. Februar, 20 Uhr, Prinzregententheater. Karten: Tel. (089) 8 11 61 91.

 

 

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