In Dive sampelt, mixt und scratcht die Choreografin Anna Konjetzky zusammen mit sieben Tänzerinnen und Tänzern Stereotypen und Identitäten © Gabriela Neeb

»Dive – A celebration«

Die Choreografin Anna Konjetzky kreiert ein Fest der Heterogenität und Diversität

AUFGRUND DER CORONA-KRISE FINDEN BIS 19. APRIL KEINE VERANSTALTUNGEN, GASTSPIELE ETC. AN DEN MÜNCHNER KAMMERSPIELEN STATT.

Der Körper ist politischer Schauplatz: Der Körper symbolisiert Macht, Ohnmacht, Status und Zugehörigkeit. Mit und durch den Körper kreieren wir uns selbst soziale und kulturelle Identität ebenso wie wir sie anderen zuschreiben. Individuen werden in Gruppen eingeordnet, Gesellschaft in Segmente zerlegt. Es entstehen homogene Räume, die Anderes ausschließen und den Einzelnen im ewigen Kreislauf von Peergroups und Filterblasen belassen. In diesem Spannungsfeld zwischen der Sichtbarmachung von Unterschieden und dem Praktizieren von Gemeinschaft ist Dive angesiedelt und entfaltet Identität als permanente Konstruktion und Dekonstruktion sich überschneidender, parallel ablaufender Handlungen, Selbst- und Fremdzuschreibungen.

Mit den künstlerischen Mitteln von Choreografie, Musik und Sprache sampelt, mixt und scratcht Anna Konjetzky zusammen mit den sieben Tänzerinnen und Tänzern Stereotypen und Identitäten bis ein neuer, kollektiver Beat entsteht. Dive feiert ein Fest der Heterogenität/Diversität und fragt nach einem Gemeinsamen, das nicht auf Ähnlichkeit basiert, sondern trotz oder gerade wegen der Unterschiede besteht.

Mit einer Crew aus sieben in Südafrika und Deutschland lebenden Tänzerinnen und Tänzern entsteht dieser Tanzabend in englischer Sprache.

Karten: 19 Euro

Termine außerhalb von München:

18. + 19. März 2020, 20 Uhr (Preview) // Tafelhalle Nürnberg

4. April, 20 Uhr + 5. April, 15 Uhr // Dance Umbrella Africa (DUA), Drama Theatre, Pretoria (Südafrika) 

Seit 2005 kreiert Anna Konjetzky Tanzstücke und Tanz-Installationen, die national und international zu sehen sind. So ist sie weltweit auf Festivals vertreten (z.B. Spielart, Dance, Tanzwerkstatt Europa, Tempo Festival Rio de Janeiro, Festival Danse Balsa Marni Bruxelles, Co Festival Ljubljana, Strangelove Festival Antwerpen, Festival Souar Souar N’Djamena, Hanoi Festival Europe meets Asia in Contempory Dance, Festival temps d'images/tanzhaus nrw) und zeigte ihre Produktionen an Häusern u.a. in Salzburg, Kampala, Nairobi, Istanbul, Gent, Nürnberg, Köln, Karlsruhe, Hamburg, Krakau, Warschau, Prag, Brasilien, Panama oder Pakistan. Sie choreografierte Werke für das Saarländisches Staatstheater, das Theater Heilbronn, das Theater Marburg und realisiert ihre eigenen Produktionen seit 2014 mit den Münchner Kammerspielen.

Ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit – vor allem im Ausland – ist die (Re)Erarbeitung ihrer Werke zusammen mit Tänzer*innen der jeweiligen lokalen Szenen sowie die Entwicklung von Workshop-Formaten, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Orte abgestimmt sind. Zudem unterrichtet sie an Hochschulen, so gab sie Kurse in Brüssel, Académie des Beaux Arts, an der AHK Amsterdam oder der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, z.B. 2006 das Tanzstipendium der Senatsverwaltung Berlin für Germaine Acogny/Senegal. 2009 gewann sie den Operare- Wettbewerb der Zeitgenössischen Oper Berlin. Bei der euro-scene Leipzig 2009 wurde ihr mit Elephantengedächtnis der 1. Preis für »Das beste deutsche Tanzsolo« verliehen. 2013 folgte eine Nominierung für den Georg Tabori-Preis und im Jahr darauf erhielt sie den Förderpreis Tanz der LH München. Ihr Stück Running wurde 2018 für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST (Kategorie Kinder- und Jugendtheater) nominiert. Aktuell wird sie von der Stadt München optionsgefördert und hat die dreijährige Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste inne. Für ihr Projekt NOMADISCHE AKADEMIE erhielt sie im Bereich Exzellenzförderung eine dreijährige Förderung von Tanzpakt. Initiative Stadt-Land- Bund (nomadic-academy-ak.com).


Abgesagt: Premiere am 28. März 2020, 20 Uhr, Münchner Kammerspiele, Kammer 2. Weitere Vorstellungen am 29. März, 19 Uhr und 30. März, 20 Uhr. Karten unter www.muenchner-kammerspiele.de. 

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