Szene aus »Arielle, die Meerjungfrau« (c) Disney

Donald Duck auf Glatteis

Die Show »Disney on Ice« kommt für sechs Vorstellungen nach München.

»Ächz, grumpf, gnaaarrgh!« Man hat es nicht leicht als ruhebedürftiger Erpel. Denn kaum hat es sich Donald Duck gemütlich gemacht in seiner Hängematte, muss er stets auch schon wieder raus. Immer will irgendjemand etwas von ihm. Deshalb das Geschnatter und Gezeter. Obendrein, als wäre die Vertreibung aus der Hängematte noch nicht genug des Ärgers, soll Donald sich diesmal aufs Glatteis begeben.

Denn die Qualitäten der Ente als Entertainer sind gefragt. Gemeinsam mit Mickey, Minnie und Goofy führt er durch die Show Disney on Ice – Fantastische Abenteuer. Das Eiskunstlauf-Spektakel, das zwischen 20. und 22. Oktober vier Mal in der Münchner Olympiahalle zu sehen ist, führt vier Disneyfilme zusammen: Cars, Toy Story 3, Arielle, die Meerjungfrau und schließlich Die Eiskönigin – Völlig Unverfroren. Dafür braucht es Conferenciers, die das Publikum durch das Spektakel führen und von einer Attraktion zur nächsten überleiten. Und wer wäre dafür besser geeignet als ein schnatternder Haudegen wie Donald?

Keri Jones war früher selbst Eiskunstläuferin und ist 13 Jahre lang in Disney-on-Ice-Produktionen aufgetreten. Inzwischen ist sie die Tour-Koordinatorin der Show, welche in ihre neue Saison startet: »Wir fahren bald nach Belgrad, dort proben wir noch einmal zwei Wochen und treten dann eine Woche lang auf.« München wird die zweite Station der aktuellen Tournee sein, in Deutschland gastiert Disney on Ice außerdem noch in Stuttgart und Köln sowie im Frühjahr dann in Berlin, Frankfurt und Dortmund. Die letzten beiden Jahre hat Jones mit der Show überwiegend in Süd- und Mittelamerika verbracht. Der Charme dieser Produktion sei, urteilt Jones, dass an alle gedacht ist: »Kleine Jungs kommen bei Cars und Toy Story auf ihre Kosten, kleine Mädchen bei Arielle und Der Eiskönigin.« Und die Eltern? »Die lieben doch sowieso alle Disney-Geschichten!«, findet Jones.

Die vier Filme können innerhalb der zwei Stunden natürlich nicht jeweils komplett nacherzählt werden. Aber die Highlights von jedem allemal, und vor allem geht es darum, die Atmosphäre und die Emotionen der jeweiligen Abenteuer aufs Eis zu zaubern. Entsprechend wichtig sind die Kostüme, das Licht, die Farben und die originalen Musiknummern. 41 Darsteller aus zehn verschiedenen Nationen sind nötig für das Spektakel, zu Beginn wuseln gleich allerlei Spielzeugfiguren auf die glatte Bühne – mit Toy Story 3 beginnt die aktuelle Fassung von Disney on Ice und mit einem Massenaufmarsch. Denn Buzz Lightyear und seine Kumpels proben den Aufstand. Der coolste Teil der Show sei Cars, findet Keri Jones, »das ist einzigartig«. Denn echte Autos werden zum Einsatz kommen, es geht in dieser Geschichte ja um den Rennwagen Lightning McQueen und Wettfahrten inklusive vieler Stunts. Ehe es dann im zweiten Teil mit der Meerjungfrau in ihrem Unterwasserreich und dem Schneemann Olaf im Winterland Arendelle gefühlig wird. »Die Zuschauer sollen sich zurücklehnen, den Spaß genießen und alles andere drumherum für zwei Stunden vergessen«, sagt Keri Jones.

Wobei die meiste Zeit wohl niemand zur Ruhe kommen wird, wahrscheinlich auch das Publikum nicht. Die Show setzt auf Tempo, Rasanz und Opulenz, sie will in jeder ihrer Szenen Staunen machen und die kleinen wie die großen Zuschauer gefangen nehmen in ihren mit großem Aufwand erzeugten Wunderwelten.

Und Donald Duck? Wird am Ende wohl auch seinen Spaß gehabt haben. Selbst wenn er zwischendurch einmal auf seinen Entenschnabel fallen sollte.

Stefan Fischer


 

Disney on Ice. 20. Oktober, 18 Uhr, 21. Oktober, 10/14/18 Uhr, 22. Oktober, 11/15 Uhr, Olympiahalle.

Karten: München Ticket.

Zum Seitenanfang