Katherina Sattler in dem Stück »Ellbogen« © Hasheider

Theaterfestival MADE IN GERMANY

Von 13. bis 17. November 2019 zeigen Stuttgarter Theaterhäuser bereits zum sechsten Mal die aktuell sehenswertesten Produktionen rund um das Einwanderungsland Deutschland.

Beim interkulturellen Theaterfestival MADE IN GERMANY werden Stücke aus den verschiedenen Theatergenres auf den Bühnen von insgesamt zwölf Partnerhäusern zu sehen sein. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln erzählen im Rahmen des Festivals ihre Geschichte. Chancen und Konflikte des Zusammenlebens, Alltagsrassismus, Flucht oder Heimatsuche sind die Themen einer Migrationsgesellschaft, die beim Festival aus diversen Perspektiven betrachtet werden.

MADE IN GERMANY 2019 zeigt, wie sich die Debatte sowie die künstlerische Auseinandersetzung mit Interkulturalität differenziert haben, und schafft jenseits der politisch-gesellschaftlich beängstigenden Strömungen Begegnungen und Impulse, um offen über Einflüsse und Auswirkungen von Migration auf unser Zusammenleben zu sprechen.

Insgesamt wurden für das Festival zwölf Produktionen ausgewählt, an denen Künstler*innen beteiligt sind, die selbst Erfahrungen mit Migration und Flucht gemacht haben – eben jene Menschen, die aufgrund persönlicher Erlebnisse unterschiedliche Realitäten der Einwanderung am besten wiedergeben können.

Auf besondere Art wird auch Stuttgarts vielfältige Stadtgesellschaft bei der Programmgestaltung einbezogen: Denn die Stücke, die nun bei MADE IN GERMANY 2019 gezeigt werden, wurden von einer Bürgerjury in einem intensiven Auswahlprozess zusammengestellt – mehr als 120 Produktionen aus der ganzen Bundesrepublik wurden eingereicht, recherchiert und von der Jury gesichtet. Dieses Vorgehen bei der Programmauswahl und die Mitbestimmung der künstlerischen Linie sind in der deutschen Festivallandschaft einzigartig.

Die Festivalmacher*innen fiebern dem Startschuss am 13. November 2019 entgegen – bei der feierlichen Eröffnung von MADE IN GERMANY im Foyer des Kammertheaters des Schauspiels Stuttgart sprechen nicht nur Petra Olschowski und Dr. Fabian Mayer, sondern auch der gastgebende Intendant, Burkhard C. Kosminski.

Noch am selben Abend und im Anschluss an die Eröffnung erwartet die Festivalbesucher*innen mit Occident Express ein beeindruckendes Stück, das mit archaischer Wucht von der Flucht über die Balkanroute und vom Kampf um (Über-)Leben und Selbstachtung erzählt. 

Das Festival findet am Sonntag, 17. November 2019 einen krönenden Abschluss, wenn im Stück Ellbogen die aktuell für den Theaterpreis Der Faust nominierte Hauptdarstellerin Katherina Sattler in die Rolle der 17-jährigen Hazal schlüpft – ein Mädchen, dem menschlich kaum begegnet wurde, das Wut und Hass in sich sammelt, um dann in reuelosem Zorn zu wüten. Nicht nur schauspielerisch eine beeindruckende Leistung, sondern auch inhaltlich ein Stück, das berührt.


MADE IN GERMANY – 6. Interkulturelles Theaterfestival. 13.-17. November 2019, verschiedene Spielorte in Stuttgart.
Weitere Informationen unter www.madeingermany-stuttgart.de.

 

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