Schauspielerin Luisa Wöllisch (»Die Goldfische«) ist Lulu © Veranstalter 

Eine Frage der Selbstbestimmung

Die Freie Bühne München präsentiert »Lulu« nach Frank Wedekind.

Seit der Gründung 2014 hat die Freie Bühne München (FBM e.V.) bereits sechs überaus erfolgreiche Theaterproduktionen auf die Bühne gebracht, u.a. Hamlet: eine Maschine, Schamo Reloaded: alle bekommen neue Karten und im letzten Jahr Woyzeck. Bei der inklusiven Theaterarbeit von Schauspielerinnen und Schauspielern mit und ohne Behinderung unter der Leitung von Regisseur Jan Meyer entsteht mit Lulu nach Frank Wedekind erneut ein faszinierender künstlerischer Mehrwert der Theaterkunst.

Anhand Wedekinds Texten erarbeitet das Ensemble der Freien Bühne München eine Stückentwicklung, die auch die Erfahrungen der Schauspieler*innen aufnimmt. Die Figuren aus Wedekinds Stück blicken in Lulu aus dem Jenseits zurück auf Lulus Leben. Es existiert eine Parallelwelt. Eine geschlossene Gesellschaft, in der es die Herren mit der Wahrheit nicht so genau nehmen – bis Lulu dazu kommt. Es entsteht ein fulminantes Bildertheater, ein wilder, mitreißender Rausch um Wahrheit, Liebe, Intrige und eine Gesellschaft, in der nur der Schein zählt.

»Mein süßes Tier, sei ja nur nicht geziert! Nicht albern, nicht gekünstelt, nicht verschroben, Auch wenn die Kritiker dich weniger loben.« – Der Tierbändiger über Lulu (aus dem Prolog zu Lulu von Frank Wedekind)

Lulu ist ein Tier – das macht der Tierbändiger zu Beginn des Stückes klar. Sie ist ein Wesen, man muss sie zähmen, sie soll sich an die Regeln der (von Männern dominierten) Gesellschaft halten. Doch Lulu tut das nicht. Sie geht ihren eigenen Weg, spielt mit ihrem Charme, nutzt diejenigen, die etwas von ihr wollen für ihre Zwecke aus und genießt ihr Leben. Dass dabei ein Mann nach dem anderen stirbt, bis sie selbst zur Mörderin wird und fliehen muss, scheint für sie kein Problem zu sein.

Frank Wedekind arbeitete von 1892 bis 1913 an der Lulu-Tragödie, die Erdgeist und die Büchse der Pandora vereint. Sein tiefgründiges Drama spielt mit den Fragen nach Selbstbestimmung und dem Recht auf das Schreiben der eigenen Biografie. Es geht um Verführung, den Reiz des Unhaltbaren und die Liebe zum Leben, zu Genuss, den Ausbruch aus der Realität, den Lulu zu versprechen scheint.

Mit Burchard Dabinnus, Dennis Fell-Hernandez, Noemi Fulli, Luis Goodwin, Frangiskos Kakoulakis, Fabian Moraw, Ernst Strich und Luisa Wöllisch.

Weitere Termine:

19. Oktober 2019, 19:00 Uhr, Kleines Theater Haar

25. Oktober 2019, 20:00 Uhr, schwere reiter, München

26. Oktober 2019, 20:00 Uhr, schwere reiter, München

02. November 2019, 19:00 Uhr, Pasinger Fabrik, München, Wagenhalle

08. November 2019, 19:00 Uhr, Stadttheater Weilheim – mit Gebärdensprachdolmetschung

09. November 2019, 19:00 Uhr, bosco, Gauting

Alle Aufführungen werden übertitelt.


Premiere am 11. Oktober 2019, 20 Uhr, Black Box im Gasteig. Am 12. Oktober mit Gebärdensprachdolmetscher*in. Infos unter www.freiebuehnemuenchen.de.

Karten: www.muenchenticket.de.

 

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