Das Modell des neuen Volkstheaters, das auf dem ehemaligen Viehhofgelände in München entstehen soll (c) Lederer Ragnarsdóttir Oei

»Ein Theater ist keine Behörde«

Christian Stückl wird als Intendant des Münchner Volkstheaters nicht nur das Theater leiten, sondern auch einen Umzug organisieren.

APPLAUS: Herr Stückl, Sie sind seit 2002 Intendant des Volkstheaters. Wie motivieren Sie sich noch?
CHRISTIAN STÜCKL: Wir haben nicht einmal die Ruhe darüber nachzudenken, wie wir uns neu erfinden könnten. Wir müssen es schlichtweg ständig tun. Das macht nach wie vor Spaß. Indem wir unentwegt auf der Suche sind nach jungen Leuten, bleibe ich automatisch frisch. Und dass wir in ein eigenes Haus ziehen werden, eröffnet ganz andere Möglichkeiten.

Frustriert es Sie manchmal, dass sich bei Ihnen Talente entfalten, die Sie nicht dauerhaft halten können?
Fluktuation hält den Betrieb in Schwung. Das führt zu einer ständigen Weiterentwicklung, ich stecke immer wieder in neuen kreativen Auseinandersetzungen. Durch die Vertragsverlängerung ist klar: Sie werden in das neue Haus einziehen. Ein total spannender Punkt: Wir haben uns in Weimar Goethes Farbenlehre angeschaut für die Innenausstattung. Wir denken über eine neue Lichtanlage nach und machen fiktive Spielpläne, weil wir herausfinden wollen, wie viel Personal wir in Zukunft brauchen.

Wann hat man schon die Möglichkeit, ein solches Theater mitaufzubauen? Wie wird sich das Volkstheater durch den Umzug verändern?
Erst einmal gilt: Wir machen da wie dort Theater. Aber etliche Einschränkungen werden wegfallen. Wir brauchen wahrscheinlich ein größeres Ensemble. Wenn es gut läuft, werden wir mit den Besucherzahlen an die Kammerspiele heranrücken. Künstlerisch müssen wir uns ohnehin immer entwickeln. Ein Neubau allein macht noch kein neues Theater aus.

Stefan Fischer

Das vollständige Interview finden Sie im Applaus-Heft 09/2018


William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum. Premiere am 23. September, Volkstheater. Karten: Tel. (089) 5 23 46 55.

 

Theater

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